The Orville | Command Performance (1×02)

„You’re the ranking officer, which means you have command. Enjoy.“


Captain Mercer und sein Erster Offizier lassen sich von einer höher entwickelten Spezies reinlegen und landen als exotische Attraktion im Zoo, während die unerfahrene Alara das Schiff kommandieren muss. Spoiler!

Die Orville kommt einem anderen Schiff zu Hilfe, auf dem sich auch Captain Mercers Eltern befinden. Doch kaum angedockt, entpuppt sich das Schiff als hochentwickeltes Hologramm, und Mercer sowie sein Erster Offizier Grayson werden zum Heimatplaneten der Calivon transportiert, um dort in einem Zoo ausgestellt zu werden. Alara Kitan, die derweil das Kommando über die Orville erhalten hat, fühlt sich der Aufgabe nicht gewachsen und macht einen Fehler nach dem anderen.

Dafür, dass es sich hier zu allererst um eine Parodie handelt, beschäftigt sich „Command Performance“ mit einem erstaunlich ernsten Thema. Wir sind es von anderen Serien gewohnt, dass alle Crewmitglieder zu jeder Zeit wissen, wie sie sich verhalten müssen, dabei ist Alaras Reaktion sehr viel realistischer. Sie ist von der Verantwortung überwältigt und kämpft damit, das Richtige zu tun oder von der Crew gemocht zu werden. Der einzige Bruch, wenngleich storytechnisch nötig, ist ihre schlussendliche Entscheidung, gegen den Befehl des Admirals zu handeln. Jeder Normalsterbliche hätte wohl den sicheren Weg gewählt.

Was aber viel bemerkenswerter ist, ist die Tatsache, dass kein Versuch unternommen wird, die Calivon in irgendeiner Weise zu belehren. Klar, sie sind überheblich und ihre Eigenart, ihnen technologisch und intellektuell unterlegene Spezies in einem Zoo auszustellen, ist bestenfalls zweifelhaft. Aber wäre das „Star Trek“, hätte man daraus eine Grundsatzdiskussion über Gleichheit und gegenseitigen Respekt gemacht, mehr noch, man hätte versucht, die Menschen als moralisch überlegen darzustellen. Bei „The Orville“ ist das Universum eben, wie es ist, und die Menschen sind keineswegs die Spitze der Evolution, sondern müssen schauen, wie sie in einem Meer verschiedener Spezies klar kommen.

Apropos Evolution, ein absolut schräger Nebenplot war das Ei, das Bortus gelegt hat und die Folge über ausbrütet. Die Tatsache, dass sich die Crew das Maul darüber zerreißt, wo das Ei wohl raus gekommen ist, macht ziemlich deutlich, dass nicht einmal innerhalb eines Schiffs die Spezies einander wirklich kennen. Noch amüsanter allerdings ist, dass am Ende aus dem Ei ein Mädchen schlüpft – bei einer eingeschlechtlich männlichen Rasse. Schönen Vatertag!

„We’re interesting and fun to watch.“ Mercer bezeichnet Kermit den Frosch als „leader that I admire“. Der Umgang mit Drogen aller Art ist bei „The Orville“ erstaunlich lasch, Kelly kann sich mal eben einen Hasch-Brownie aus dem Replikator holen und Alara bestellt mehrfach Hochprozentiges. Mein erster Gedanke, als Mercer und Grayson per zufällig durch ihren Käfig schießender Laserstrahlen getötet werden sollen, war: wie ineffektiv. Die Auflösung allerdings war genial, Alara verkauft den Calivon Dateien alter Reality-TV-Shows von der Erde.

4 von 5 Bananen als Hauptattraktion.

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