The Handmaid’s Tale | The other Side (1×07)

„If you go back, you’re gonna die and leave them on their own. Is that what you want?“


Wieder zurück bei der Flucht, erleben wir, wie es Luke ergangen ist, nachdem er von June und Hannah getrennt wurde. Spoiler!

Smile, you’re safe

Nachdem Luke von June und Hannah getrennt wurde, wird er von Gileads Polizei aufgegriffen und angeschossen. Er hat Glück im Unglück, denn der Krankenwagen baut einen Unfall und ihm gelingt die Flucht. Er schließt sich einer Gruppe von Leuten an, die versuchen, nach Kanada zu entkommen, doch er ist hin und her gerissen, ob er nicht lieber seine Familie suchen soll.

Der Versuch, Lücken aufzufüllen

Margaret Atwood gewährt uns in ihrem Roman nur einen kurzen Einblick in eine viel größere Geschichte, und wir erfahren nie, was mit Luke passiert ist oder ob June je mit ihm und ihrer Tochter wiedervereint wurde. In gewisser Weise macht das den Reiz des Buchs aus, es wirkt dadurch unfertiger und realistischer, während Hollywood immer danach strebt, Geschichten in ihrer Gänze zu erzählen. Für mich persönlich war diese Folge überflüssig, denn sie hilft uns nicht, Junes Welt besser zu verstehen, sie ist kaum mehr als der Versuch, Lücken aufzufüllen.

Der Weg in die Freiheit

Lukes Weg in die Freiheit ist steinig, aber freilich in keiner Weise mit dem zu vergleichen, was seine Frau durchmacht. Bemerkenswert war seine Reaktion, als Zoe ihm die Leute zeigt, die versucht haben, die Frauen zu schützen, und dafür erhängt wurden. Für ihn ist dieser Anblick der Untergang, für June ist er längst Alltag. Lukes Geschichte bleibt bruchstückhaft, wir erfahren nicht, was er die letzten drei Jahre in Kanada gemacht hat, ob er nach June gesucht oder ein neues Leben begonnen hat. Und diese Leerstelle ist das eigentlich Frustrierende daran.

Ein Abgrund unterschiedlicher Erfahrungen

Man muss sich aber auch fragen, hat die Beziehung von June und Luke überhaupt noch eine Zukunft? Nicht, weil June ganz offensichtlich in Nick einen neuen Vertrauten gefunden hat, sondern weil ihrer beider Erfahrungen in den drei Jahren so verschieden sind. Luke geht es gut, er genießt ein angenehmes Leben in Freiheit. Kann er jemals begreifen, was seiner Frau angetan wurde? Und kann sie mit einem Menschen zusammen sein, der diese Zeit nicht selbst miterlebt hat? Da tut sich ein gewaltiger Abgrund zwischen ihnen auf, und meines Erachtens ist es mehr als fraglich, ob er überwunden werden kann.

Kleine Beobachtungen

• Die Flucht war so unüberlegt und unkoordiniert, dass es kaum überrascht, dass sie nicht gelungen ist. Aber auch das beweist eine gewisse Realitätsnähe, denn keiner von uns wüsste, wie man solch ein Vorhaben angeht.
• Junes Mutter war Ärztin, wenn ich das richtig verstanden habe. Der Mann, der ihnen hilft, war Patient bei ihr und sie hat ihm geholfen, als Sterilisation bereits verboten war.
• Junes Botschaft an Luke lautet: „I love you. So much. Save Hannah.“

3 ½ von 5 angeschossenen Bananen.

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