Lost in Space | Trajectory (1×08)

„We’re going to do this the old-fashioned way. Welcome to 1962.“


Um mit dem Rest des Treibstoffs starten zu können, muss eines der Schiffe von allem „unnötigen“ Ballast befreit werden. Spoiler!

And you’re dead … again
Als Maureen und John aus dem Moor zurückkehren, können sie gerade noch verhindern, dass Victor samt Familie den Planeten verlässt. Maureen rechnet aus, dass der Treibstoff nur ausreicht, wenn sie das Schiff entschieden leichter machen. Da der Flug dadurch aber sehr viel unangenehmer und der Pilot auf jeden Fall das Bewusstsein verlieren wird, sucht sie nach jemandem, der bei den Tests schnell wieder einsatzbereit war – und findet ihn ausgerechnet in John. Dr. Smith, die mittlerweile auf der Jupiter der Robinsons eingesperrt ist, versucht unterdessen, Will zu manipulieren.

Spannung ohne Bösewicht
Was sagt das wohl aus, dass die spannendste Folge der Serie die ist, in der die angebliche Dr. Smith kaum eine Rolle spielt? So interessant ihr Charakter auch ist, wir sind an einem Punkt angelangt, wo ihre Handlungen repetitiv werden, und es war in der Tat ganz angenehm, dass sie einen Großteil der Zeit einmal keine Gelegenheit hatte, die anderen Figuren gegeneinander auszuspielen. Genug zu tun gab es auch so, und das zeigt eindrucksvoll, wo die Stärken der Serie eigentlich liegen. (Ohnehin ist es ein weit verbreiteter Irrglaube, dass Science-Fiction grundsätzlich einen Bösewicht braucht.)

In der Planung klingt alles ganz einfach
Seinen Reiz bezieht „Trajectory“ aus der Kombination von harter Wissenschaft, hier repräsentiert durch den Versuch, die Jupiter leichter zu machen, und ihrer praktischen Umsetzung. Und an genau der hapert es, denn Menschen sind nun mal keine Maschinen, weshalb John auch bei Versuch nach Versuch scheitert. (Übrigens die vielleicht beste Sequenz der Folge, weil komisch und tragisch zugleich.) Don als unfreiwilliger Co-Pilot bedeutet schließlich den Wendepunkt, denn zusammen schaffen sie, wozu John allein nicht in der Lage ist, während er gleichzeitig Wissen über die Konstruktion des Schiffes besitzt, das so in keinem Handbuch steht. Und dann lässt Will Smith frei und alles geht erneut den Bach runter. Ich kann mir zwar eigentlich keine vernünftige Erklärung vorstellen, wie John und Don die Explosion überlebt haben, aber ich denke, wir können davon ausgehen, dass das der Fall ist.

Dr. Smith und ihre tausend Lügen
Was mich unweigerlich zu Dr. Smith a.k.a. June Harris bringt. Judy erhält endlich die Gelegentlich, Maureen von Dons Entdeckung zu berichten, woraufhin Maureen Smith hinterrücks in der Garage ihrer Jupiter einsperrt. Doch Smith wäre nicht Smith, wenn sie nicht versuchen würde, sich auch aus dieser Situation wieder herauszulügen, und sie tut das zunächst damit, dass sie sich als ihre Schwester Jessica ausgibt, unter deren Namen sie ja tatsächlich an Bord gekommen ist. (Die Ironie daran ist, dass Jessica Physikerin ist, Maureen also ziemlich einfach hätte nachprüfen können, ob das stimmt.) Jedenfalls versucht Smith ihr Glück anschließend noch bei John und schließlich bei Will, bei dem sie dann auch Erfolg hat. Ganz im Ernst, der Junge ist superklug, seine Mutter lässt ihn sogar ihre Berechnungen prüfen, aber emotional ist er einfach absolut nutzlos.

Danger, Will Robinson!
• Maureen und John benehmen sich ein bisschen wie frisch verliebte Teenager, was unheimlich süß ist. Gewundert hat mich nur, dass bis auf Penny, die erfreut lächelt, keines der Kinder darauf reagiert, dass ihre Eltern plötzlich wieder rumschmusen.
• Apropos Penny, Vijay macht mit ihr Schluss. Also, das war ein kurzes Vergnügen.
• Judy soll auf Dons Huhn aufpassen, was sie gar nicht cool findet: „I don’t want your chicken!“
• Und dann natürlich Dons „I love you too“ zu Maureen, als sie und John ein wenig zu sentimental werden.

5 von 5 bewusstlosen Bananen.

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