iZombie | Yipee Ki Brain, Motherscratcher (4×10)

„Where should we be looking for zombie Jesus?“


Liv wird suspendiert, also kümmert sie sich stattdessen um den Aufbau ihres Schlepper-Netzwerks. Spoiler!

Didn’t feel like cooking
Detective Lou Benedetto wird erschossen, und weil sich Liv unter dem Einfluss seines Gehirns wie eine Irre aufführt, wird sie fürs Erste von allen Außeneinsätzen abgezogen. Während Clive also einen neuen Partner erhält, der seinen Arbeitsalltag offenbar ordentlich aufmischt, widmet sich Liv dem Ausbau ihres Renegade-Netzwerks. Ravi beginnt derweil seine Forschung an Isobel, die zugleich versucht, das Beste aus der ihr verbleibenden Zeit herauszuholen.

Zu viele Plots, die nicht vorankommen
Ich habe es wohl schon mehrfach gesagt, doch „iZombie“ will es in dieser Staffel einfach nicht gelingen, eine kohärente Story zu erzählen. Die Autoren haben viel zu viele Bälle in der Luft, gleichzeitig kommt die Geschichte nicht nennenswert voran, obwohl uns nur noch wenige Folgen vom Finale trennen. „Yippee Ki Brain, Motherscratcher“ war da sogar noch eine vergleichsweise unterhaltsame Episode, die ich höher als viele andere einschätzen würde, doch im Grunde passiert auch hier nur Weichenstellung für Kommendes.

Vom eigentlichen Fall bekommen wir diesmal jedenfalls nicht viel mit, denn nachdem Liv einen Typen mit einem Fisch verprügelt hat, wird sie suspendiert. Clive kümmert sich also mit einem neuen Partner um die Aufklärung des Mordes, und wir Zuschauer erfahren nur aus seinen Erzählungen von den Abenteuern, die er dabei erlebt. Selbst von Livs Arbeit als Renegade sehen wir eigentlich nicht sehr viel, denn die Montage zeigt uns lediglich, dass sie zunehmend Leute nach Seattle schmuggeln und verwandeln. Das allein macht deutlich, wie sehr die Folge darunter leidet, dass sie keine eigenständige Geschichte erzählt, sondern nur in die vielen losen Plots einzahlt.

„Oh no, it’s that crap episode of zombie high where it’s clear the show ran out of money, so everything cool happens offscreen, and the characters just talk about it afterward.“

Major entdeckt Livs Geheimnis … und ist zurecht wütend
Bemerkenswert ist Majors Ausbruch am Ende, als er schließlich eins und eins zusammenzählt und herausfindet, dass Liv die neue Renegade ist. Er wirft ihr vor, damit nicht nur sich selbst, sondern auch ihn in Gefahr zu bringen, und so sehr ich seine neue Loyalität zu Fillmore Graves auch verabscheue, hat er natürlich nicht ganz unrecht. Insbesondere, da Liv seine Nähe zum Feind dazu nutzt, ihm eine Wanze zuzustecken, wodurch sie den gefangengenommenen Curtis ausfindig machen kann. Es ist das reinste Wunder, dass Chase nicht merkt, wer der unfreiwillige Maulwurf ist.

Wer sind eigentlich die Guten in der Geschichte?
Curtis’ Strategie, Brother Love als vermeintlichen Renegade zu enttarnen, hat mich überdies nachdenklich gestimmt. Allein aufgrund der Erzählweise der Serie stehen wir auf Livs Seite und betrachten Fillmore Graves als Feind. Aber ist es wirklich so einfach? Ich will nicht beschönigen, dass Chase einige mehr als fragwürdige Entscheidungen getroffen hat und Fillmore Graves zweifellos zu viel Einfluss besitzt, aber immerhin versucht man dort wenigstens noch, der ganzen Sache irgendwie Herr zu werden. Liv, die glaubt, etwas Gutes zu tun, indem sie Todkranke in Zombies verwandelt, trägt hingegen zur angespannten Lage in der Stadt noch bei, macht es zudem wahrscheinlicher, dass doch noch jemand eine Bombe auf sie wirft, und arbeitet ganz nebenbei auch noch Brother Love in die Hände. Dass ihr Unternehmen wächst, ist realistisch betrachtet eine sehr, sehr schlechte Entwicklung.

„You’re her, aren’t you? You’re Renegade. Of course, you are. Seattle needed a hero and guess who volunteered. The girl who can’t find meaning in her life any other way. This is going to get you killed, Liv. But hell you’re going to get me killed too.“

Wie der Vater, so der Sohn
Der Einzige, der aus dem ganzen Schlamassel als Sieger hervorgeht, ist Brother Love alias Angus. Oder vielleicht auch Blaine. Es ist immer schwerer zu durchschauen, wer hier wen manipuliert, diesmal ist es jedoch an Angus, seinen Sohn zu bestechen, indem er die Haushälterin, die ihn als Kind geschlagen hat, seinen Zombie-Jüngern zum Fraß vorwirft. Und Blaine quasi als neuen Jesus bezeichnet. So sehr ich auch davon überzeugt bin, dass Angus ihm lediglich Honig ums Maul schmiert und damit ein größeres Ziel verfolgt, so wenig kann ich glauben, dass Blaine so leicht zu beeindrucken ist und nicht selbst Pläne damit verfolgt.

Yipee Ki Notes, Motherscratcher
• Dale untersucht den Mord am Bürgermeister selbst. Und jetzt wissen wir auch, warum Blaine diese komische Maske getragen hat: wegen der Visionen.
• Derweil an der Beziehungsfront sieht es noch immer düster für Clive aus, denn wie er Liv gesteht, wünscht er sich Kinder, was mit Dale niemals möglich sein wird.
• Ich mag die Dynamik zwischen Ravi und Isobel. Sehr sogar. Entgegen aller Vernunft hoffe ich, sie können sie doch noch irgendwie retten.

4 von 5 suspendierten Bananen.

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