The Handmaid’s Tale | Useful (3×03)

„We can help each other. We cannot count on them. They hate us, Serena. They are not on our side.“

June legt sich mit Lawrence an, der daraufhin eine weitreichende Entscheidung von ihr verlangt. Spoiler!

Maybe we’re stronger than we think we are

Der Haushalt von Lawrence wird von Kommandanten überschwemmt, die ihn wegen der Probleme in Chicago zurate ziehen wollen. June fragt Fred nach Lawrence aus, doch selbst er muss zugeben, dass man nur sehr wenig über ihn weiß. Lawrence testet derweil Junes Grenzen aus. Das gipfelt darin, dass sie fünf Frauen aus Chicago aussuchen soll, die Marthas werden können, während der Rest in die Kolonien geschickt wird.

Das Tempo verlangsamt sich

Nach zwei Folgen, in denen die Geschichte spürbar vorangetrieben wurde, legt „Useful“ ein deutlich ruhigeres Tempo an den Tag. Tatsächlich muss ich zugeben, dass mir die Folge fast ein wenig zu kontemplativ war, wenngleich die Machtspielchen zwischen June und Lawrence ganz spannend sind.

Lawrence: „Here’s what I don’t get. If women don’t want to be defined by their bodies, why are they always using them to get what they want?“
June: „Maybe they aren’t. Maybe men are just too easily distracted.“

Lawrence hält June für nutzlos

Der Punkt ist wohl, dass Lawrence davon überzeugt ist, das Richtige zu tun. Er sagt, er habe Gilead entworfen, um den Planeten zu retten – um welchen Preis, scheint er dabei geschickt auszublenden. Entsprechend wirft er June vor, nutzlos zu sein, weil sie ihr (altes) Leben damit verbracht hat, Bücher zu verlegen statt sich um ihre Tochter zu kümmern. Das Seltsame ist, dass er so schlüssig argumentiert und trotzdem oft wirkt, als er meine er gar nicht, was er da sagt. Als sei alles nur ein Test, um June aus der Reserve zu locken.

June handelt vorausschauend

Immerhin, June hat dazugelernt. Obwohl sie wirklich mehr als genug Gründe hätte, die Krallen auszufahren, behält sie das große Ganze im Blick und beherrscht sich. Sie sucht Verbündete und nutzt klug jede Gelegenheit, um an Informationen zu kommen – sei es von Fred oder Nick.

Und obwohl sie sich anfangs weigert, Lawrence und sein Treiben zu unterstützen, nimmt sie am Ende die Chance wahr, Marthas auszuwählen, die für den Widerstand nützlich sind. Und was für eine illustre Auswahl das ist: eine Ingenieurin, eine IT-Technikerin, eine Journalistin, eine Anwältin und eine Diebin! Durchschaut Lawrence sie? Das ist fast anzunehmen. Aber er lässt sie gewähren. Und das ist das eigentliche Rätsel.

„And here’s what we do. We watch them. The men. We study them. We feed them. We please them. We can make them feel strong or weak. We know them that well. We know their worst nightmares. And, with a bit of practice, that’s what we’ll become. Nightmares. One day, when we’re ready, we’re coming for you. Just wait.“

Serena sucht vergebens mütterlichen Beistand

Serena hat sich derweil zu ihrer Mutter zurückgezogen, um ihre Wunden zu lecken. Dachten wir bisher, dass Serena das Paradebeispiel einer „guten Ehefrau“ ist, so werden wir hier eines Besseren belehrt. Tatsächlich fand ich es ein bisschen kurios, dass Pamela so viel radikaler ist als die Frau, die Gilead praktisch erfunden hat. Aber der Apfel fällt wohl wirklich nicht weit vom Stamm.

Mit dem einen Unterschied, dass Serena nicht mehr bereit ist, sich unterzuordnen. Fred hat sie verletzt und gedemütigt, und es ist schmerzvoll mitanzusehen, dass ihre eigene Mutter das nicht anerkennen will. Dass sie stattdessen sagt, es gibt keinen Platz für dich ohne Fred, zieh den Kopf ein und mach weiter. Ich habe zwar nach wie vor Schwierigkeiten, in Serena ein Opfer zu sehen, aber womöglich ist sie nun genau die Verbündete, die June braucht.

Kleine Beobachtungen

• Lawrence lässt sich von June den Darwin aus dem Bücherregal reichen. Ich bin überrascht, dass das Buch überhaupt noch erlaubt ist, selbst für Männer.
• Serena bekommt von Rita einen künstlichen Finger geschenkt, was geradezu sinnbildlich für ihre Rolle neben Fred ist: nur schmückendes Beiwerk ohne echten Nutzen.
• Lawrence behauptet, er habe Emily geholfen, weil sie „unnaturally smart“ ist und eines Tages „useful to the world“ sein könnte.
• Bin das nur ich oder sahen die geöffneten Autotüren hinter June wirklich aus, als habe sie Flügel?
• Apropos, es gab erneut ein paar unmöglich dunkle Szenen. Hätte ich nicht gelesen, dass June Nick mit in ihr Schlafzimmer genommen hat, wüsste ich nichts davon, denn gesehen hab ich das nicht.
• Nick ist jetzt übrigens selber Kommandant. Und will die Position offenbar nicht dazu nutzen, um June zu helfen. Was uns wohl sagen soll: Männer sind alle gleich.

3 von 5 Bananen am Meer.

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