„Exakt sind die Schnittteile nun auch nicht, aber hoffentlich passt am Ende trotzdem alles irgendwie zusammen.“ (berühmte letzte Worte)
Es ist eine Weile her, seit ich mich das letzte Mal mit Nähprojekten gemeldet habe. Zuerst hielt mich der Frühjahrsputz auf Trab (nicht, dass er beendet wäre), und dann begann auch schon die Balkonsaison. Nebenher sind trotzdem ein paar Kleinigkeiten durch die Nähmaschine gelaufen, und obwohl es keine allzu großen Projekte waren, möchte ich euch doch eine kleine Zusammenfassung geben.
Wenn das Leben dir Zitronen schenkt
Die erste Näharbeit ist tatsächlich auch die, für die ich am längsten gebraucht habe. Den Musselin in feinem Apricot mit Zitronenprint kaufte ich Anfang März mit dem Plan, ein zweites Mal Kleid Elsa zu nähen. Den Zuschnitt machte ich Ende März und lernte dabei auf die harte Tour, dass es keine Rolle spielt, wie oft man eine Stoffart bereits verarbeitet hat, der konkrete Stoff ist immer einzigartig.
Dieser Musselin war im Zuschnitt ein Alptraum. Beim oberen Vorderteil arbeitete ich nicht sauber genug, wodurch sich beim Nähen alles verzog. Und das frustrierte mich dermaßen, dass ich das Projekt anschließend bis Anfang Mai (!) liegenließ. Am Ende war es wirklich nur eine Frage der Sorgfalt, das Vorderteil und die Belege musste ich neu zuschneiden, bei der Rückseite reichte es zum Glück aus, es etwas schmaler zu machen.
Sobald die ersten Hürden überwunden waren, verlief das Nähen erfreulich glatt. Allem Ärger zum Trotz war das Schnittmuster auch definitiv die richtige Wahl: Die Zitronen strahlen Sommer pur aus und konnten nur zu einem luftigen Kleid werden. Was lernen wir daraus? Mehr Stoff zu kaufen als man braucht, ist keine schrullige Eigenart, sondern rettet einem unter Umständen das Projekt.
Friss meine Shorts
Auch die Pyjama-Shorts von Rosery Apparel waren etwas, was ich schon sehr, sehr lange auf meiner Liste hatte. Es ist so schwer geworden, qualitativ hochwertige und gleichzeitig bezahlbare Schlafanzüge zu finden. Als ich das Schnittmuster dann aber hatte, war ich nie motiviert, denn wo ist die Herausforderung? Also versauerte es in meinem Sammelordner … für mindestens ein Jahr.
Als kleines Zwischenprojekt waren die Sch(l)af-Shorts perfekt, und da der Versuch technisch gesehen ein Mockup ist, habe ich dafür einen alten Kissenbezug recycelt. Was nicht heißt, dass ich das Ergebnis nicht mit Begeisterung tragen werde, immerhin ist das reine Baumwolle.
Es war definitiv nicht verkehrt, eine Testrunde zu drehen, bevor ich dafür womöglich einen teuren Stoff verwende. Denn bei der Größe hab ich’s voll verpeilt, und ich glaube, das sieht man auch. Ich war überzeugt, das sind UK-Größen, dabei sind es US-Größen, was ein gewaltiger Unterschied ist. Die Tabellen unterscheiden sich alle ein bisschen, aber die 6-8 ist eindeutig mehr eine 40 als eine 36. Beim nächsten Mal nehme ich also die 4, die tatsächlich eine 36 sein sollte. Und dann heißt es selbstgenähte Pyjamas auf Lebenszeit!
Mehr ist mehr
Schon seit Jahren habe ich eine Maxirock-förmige Lücke in meinem Kleiderschrank. Doch findet als kurzer Mensch mal einen, der nicht zwanzig Zentimeter auf dem Fußboden schleift. Da kam es mir gerade recht, dass mir kürzlich etwas geblümte Baumwolle in die Hände fiel, die ich vor Monaten als Reststoff gekauft und dann im Wäschekorb vergessen hatte. Gute zwei Meter, aber schon wieder ein Kleid?
Ein Maxirock sollte es also endlich werden, und dafür brauchte ich noch nicht mal ein Schnittmuster. Da ich unbedingt einen Stufen-Look mit Raffungen wollte, musste ich nur entsprechend nach unten hin größere Panele zuschneiden. Erwähnte ich schon, wie gerne ich Raffungen mache? Keine Ahnung, was es ist, das Hin- und Herschieben der Falten hat für mich etwas unfassbar Meditatives.
Hier entschied ich mich auch ganz klassisch für einen Gummizug und machte dafür nicht mal einen extra Bund. Schwieriger fand ich, die richtige Länge zu ermitteln, darüber musste ich tatsächlich ein paar Tage brüten. Mit dem Ergebnis bin ich aber mehr als zufrieden, der Stoff ist wunderbar leicht, und ich kann endlich wieder etwas von meiner Shopping-Liste streichen. Als nächstes dann ein Maxikleid!
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Oh, so schöne Projekte zum Sommeranfang!
Und ich liebe den Shorts-Stoff. Perfekt für einen Pyjama mit dem Schäfchenzählen.
Ich hab Anfang des Jahres einen ganzen Stapel „Kinder“-Bettwäsche aussortiert, das wird vermutlich mein Stoffvorrat für künftige Pyjamas. 😆 Ist ja alles reine Baumwolle und so richtig schön weich eingewaschen über die Jahre.