Disney’s Doctor Who | Empire of Death (1×08)

„Every living thing is an abomination. I am come to release them into blessed death. “

Sutekh bringt Tod über das gesamte Universum. Dass er Ruby am Leben lässt, scheint nur mit ihrer Mutter zu tun zu haben. Doch wer ist sie? Spoiler!

I might save the universe with this spoon

Nachdem sich Sutekh zu erkennen gegeben hat, lässt er Susans im ganzen Universum seinen „dust of death“ verbreiten, der alle Welten vernichtet, die der Doctor jemals besucht hat. Sutekh erklärt, dass ihn der Versuch, ihn im Time Vortex zu vernichten, nur mächtiger gemacht hat. Er hat sich an die TARDIS geklammert und auf jeder Welt eine Susan hinterlassen. Der Doctor, Ruby und Mel entkommen mit einer erinnerten TARDIS und reisen ins Jahr 2046, als Roger ap Gwilliam DNS-Tests verpflichtend gemacht hat. Denn die Identität von Rubys Mutter scheint der einzige Grund zu sein, warum Sutekh sie noch am Leben lässt.

Die Folge erklärt sich um Kopf und Kragen

Äh. Wenn ich ehrlich bin, würde ich am liebsten das als meine ganze Kritik hier stehen lassen, denn ach du Scheiße, was war das denn?! Hat sich wirklich keiner getraut, Russell T. Davies zu sagen, dass er das Drehbuch besser noch mal einem echten Autor geben sollte? Okay, okay, einmal tief durchatmen. „Empire of Death“ hat seine Momente, aber wenn man die Folge darauf herunterbricht, was tatsächlich passiert, dann bleibt nicht viel übrig. Es wird nur wahnsinnig viel gelabert. Und die Erklärung, dass der Tod des Todes Leben schafft, toppt sogar noch das eine Mal, als Liebe die Welt gerettet hat.

„I clung to your infernal machine, and for so many years, I hid. I have travelled with you for all this time, riding the spine of your ship, staring into eternity and evolving into my true godhood.“

Geheimnisse können Leben retten

Mal schauen, worüber möchte ich mir überhaupt Gedanken machen? Rubys Mom, genau, das große Geheimnis dieser Staffel. Als „Star Wars“-Fan weiß ich irgendwie zu würdigen, dass Davies einen Gegenentwurf zu Rey schaffen wollte, deren Herkunft super bedeutend für die Galaxis war. Louise Miller war am Ende einfach nur eine verängstige 15jährige, die ihrer Tochter die Chance auf ein gutes Leben geben wollte. Das ist eine schöne, weil überraschend normale Erklärung.

Alles darüber hinaus ist allerdings Humbug. „She was important because we think she’s important.“ Wir reden hier vom gesamten Universum, es muss Billionen solcher Fälle geben, aber Sutekh pickt sich zufällig Ruby heraus? Und was ist das überhaupt für eine Charakterisierung für einen Bösewicht? Ich bin der Gott des Todes, ich bin gnadenlos und werde dich töten, aber hey, vorher muss ich wissen, wer deine Mum ist, dieses Geheimnis bringt mich um!

Unsinn gestreckt mit Quatsch

Davon abgesehen häuft die Folge Absurditäten an, als gäbe es einen Wettbewerb, wer die wildeste „Doctor Who“-Geschichte erzählen kann. Eine erinnerte TARDIS, die als Hologramm beginnt und dann nicht nur auf magische Weise real wird, sondern auch noch funktionstüchtig ist! Der angeblich gefährlichste Bösewicht, dem der Doctor je entgegengetreten ist, ein Gott wohlgemerkt, wird besiegt, indem man ihn wie einen Hund an einer Zauberleine durch den Vortex schleift!

Der Rest der Folge ist im Grunde nur Füllmaterial. Wer war die Frau in dem Wüstencamp, die dem Doctor ihren Löffel schenkt? Egal, es wirkt poetisch, also lassen wir es drin. UNIT, absolut unwichtig für den Ausgang der Geschichte, also werden sie gleich zu Beginn der Folge in Staub verwandelt. Und Ruby hat auch Roger ap Gwilliam nicht verhindert, sonst gäbe es 2046 keine DNS-Datenbank, die sie durchsuchen können. Also war „73 Yards“ grad für die Katz. Von Mrs. Flood lasst mich gar nicht erst anfangen.

„I’ve travelled so far. Everything caught in that pattern is dying. The whole of time and space. I did this.“

Leider ein enttäuschender Reboot

Ich sag’s euch, wie es ist: Ich stelle gerade hart meinen Entschluss in Frage, „Doctor Who“ wieder zu reviewen. Nach „The Church on Ruby Road“ war ich so begeistert, so hoffnungsvoll. Aber diese Staffel war das absolute Chaos, und nichts, wirklich gar nichts hat mich abgeholt. Wenn ich aus dem Stegreif eine Folge nennen soll, die ich richtig gut fand, muss ich passen. An die meisten erinnere ich mich nicht mal, und das ist ein verdammt schlechtes Zeichen.

Die Probleme sind vielfältig, aber an oberster Stelle stehen die Drehbücher von Russell T. Davies. Dieser Egoismus, alles selbst schreiben zu müssen, richtet die Serie zugrunde, netter kann ich das nicht formulieren. Die Kürze der Staffel tut ein übriges, was sich vor allem in der unfertigen Charakterisierung des Doctors und Rubys äußert. Ncuti Gatwa ist gut (wenn er mal gerade nicht weint), aber das Material, mit dem er arbeiten muss, ist einfach zu dünn.

Also ich will ehrlich sein, ich weiß aktuell nicht, wie es mit diesem Review-Projekt weitergeht. Das Christmas Special werde ich auf jeden Fall noch schauen und auch reviewen, zumal das eine Geschichte von Steven Moffat ist. Aber ob ich mir auch die zweite Staffel noch gebe, hängt stark davon ab, wer die Drehbuchautoren sind bzw. ob Davies diesmal mehr als zwei Folgen an talentiertere Schreiber abgibt.

Notes of Death

• Wäre Mrs. Flood tatsächlich auf so unspektakuläre Weise aus der Serie verschwunden, mit den Worten „I had such plans“, könnte ich das immerhin als kreativen Einfall wertschätzen.
• Gibt es schon Fanart, wo Sutekh bei jedem Abenteuer des Doctors nachträglich an die TARDIS gephotoshopt wurde?

2 von 5 Gods of Bananas.

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