„I don’t like the idea of being anyone’s lunch.“
Die Enterprise versucht, die von den Gorn entführten Crewmitglieder und Kolonisten zu befreien. Spoiler!
Time to play a game of chicken
Pike kommt widerwillig Admiral Aprils Befehl nach, zur Flotte zurückzukehren. Zuvor aber lässt er mithilfe eines Torpedos einen Peilsender an dem Schiff anbringen, das die Kolonisten und seine Crewmitglieder entführt hat. So kann die Enterprise später (wohlgemerkt inoffiziell und dank Scotty als Gorn-Schiff getarnt) zurückkehren. Chapel und Spock suchen währenddessen unter Zeitdruck nach einer Methode, die Gorn-Eier aus Captain Batel zu holen, ohne dabei auch sie zu töten. La’an erwacht in einem Kokon und befreit zunächst M’Benga, Ortegas und Kirk, um gemeinsam nach einer Fluchtmöglichkeit vom Gorn-Schiff zu suchen.
Eine schwache Auflösung des Zweiteilers
Eeeeek. Es ist so eine Sache mit der Erwartungshaltung, man wird eigentlich immer enttäuscht. „Hegemony, Part II“ ist keine schlechte Folge, aber ich kann sie auch nicht ruhigen Gewissens als gut bezeichnen. Dazu war ich mir während der gesamten Laufzeit allzu deutlich der Formeln bewusst, die angewendet werden, um Spannung und Konflikt zu erzeugen. Vor allem nach einer Wartezeit von gut zwei Jahren haben wir vermutlich alle irgendwie mehr erwartet.
Pike: „So, because it’s non-Federation citizens that are dying, we do nothing?“
April: „We have an obligation to our member worlds. Billions of lives. To rush into a fight right now puts all of them at risk. We can’t do it. We’re still recovering from the Klingon War.“
Pike: „You are absolutely right, and the Gorn sense our weakness. We are prey.“
Gorn böse, Mensch gut
Das größte Problem der Erzählung habe ich schon damals beim ersten Teil dieses Zweiteilers umrissen: Die Gorn werden völlig undifferenziert als tumbe Monster charakterisiert. Das ist nicht nur im Sinne der „Star Trek“-Tradition falsch („seek out new life and new civilizations“), sondern auch ganz grundsätzlich eine Fehleinschätzung, da es sich ja ziemlich offensichtlich um eine raumfahrende Spezies handelt. Aber Diplomatie wird sowieso überbewertet, schnappen wir uns lieber ein paar dicke Knarren und halten drauf.
„Hegemony, Part II“ macht es nicht besser. Die schlussendliche Lösung des Konflikts besteht darin, sie per vorgetäuschter Sterneneruption in den Winterschlaf zu versetzen. Was zwar irgendwie ein origineller Einfall ist, die Gorn aber erneut rein biologistisch betrachtet und als primitive Spezies zeigt, deren Leben von äußeren Einflüssen bestimmt wird. Sie sind der Natur gewissermaßen hilflos ausgeliefert. Natürlich ist es auch eine himmelschreiende Antiklimax, nachdem man so viel Zeit auf die Entwicklung dieser Bedrohung verwendet hat.
Es passieren Dinge
Formal leidet die Folge vor allem unter der Entkoppelung ihrer verschiedenen Erzählstränge. Im Vergleich war der erste Teil nicht nur wesentlich ruhiger, sondern auch kohärenter. Alles hier wirkt irgendwie hektisch, gleichzeitig scheinen sie unfassbar viel Zeit zu haben.
- Captain Batel schwebt in Lebensgefahr. Die Gorn-Babys setzen bereits dazu an, ihren klassischen Alien-Auftritt hinzulegen … und dann wirft Spock noch mal den kompletten Behandlungsplan über den Haufen. Und, yeah, erklärt es doch bitte noch unverständlicher.
- La’an befreit ihre Kollegen aus den Kokons, und natürlich nur die, weil die anderen ja nicht im Vorspann stehen. Und obwohl bereits Ortegas’ halbe Hand verdaut wurde, wollen sie die Kolonisten später herausbeamen lassen. Falls dann noch was von ihnen übrig ist?
- Auf der Brücke herrscht derweil hitzige Atmosphäre, während sie alle … sehr angestrengt nichts tun. Angeblich ist ihr Sterneneruptions-Manöver super gefährlich, aber dann chillen sie da gemütlich rum und beamen nebenbei sogar noch die Kolonisten raus. (Schilde? Was ist das?)
Una: „Chris, we did it! We triggered a long hibernation in the Gorn.“
Pike: „Yeah. But I can’t help wondering if we didn’t just create a problem for someone else to solve later.“
Friendzone für Spock
Und als wäre die Folge nicht schon überladen genug, mussten natürlich auch noch etliche Kleinigkeiten hineingestopft werden, die es durchaus verdient hätten, an anderer Stelle ausführlicher behandelt zu werden. Ja, ich denke da vor allem an die Irgendwie-Beziehung von Spock und Chapel. Ehrlich, ich hätte Spock ja am liebsten eine gewischt, als der sich bei ihr entschuldigt, denn ich verstehe immer noch nicht, wofür?! Aber dann ihr nonchalantes joa, war cool, lass uns Freunde sein – was war das denn bitteschön?
Auch darüber, wie man hier mit La’ans Re-Traumatisierung umgeht, bin ich nicht ganz glücklich. Ich meine, es ist lobenswert, dass man überhaupt darauf eingeht, aber ein paar Flashbacks machen halt noch keine Story. Besser eingesetzt, hätte der gesamte Handlungsstrang davon profitieren können, weil sie natürlich eine ganz andere Motivation hat, nachdem sie schon einmal entkommen ist und sicher nicht vorhat, diesmal zu sterben. (Reden wir nicht über Ortegas’ albernes „I’m Erica Ortegas, I fly the ship“.)
Hegemonic Notes, Part II
• „And now, the conclusion.“ Zu dem Zeitpunkt habe ich ehrlicherweise noch aufgeregt gekichert.
• Irgendwie mochte ich Pelias konsternierte Frustration mit Scotty. „Write it down!“ Und dann ihre gespielte Panik, damit sein Gehirn schneller arbeitet – herrlich!
• Werden wir noch mal drauf zurückkommen, dass es Unas Blut ist, das Batel rettet? Vermutlich nicht, darüber schaut die Sternenflotte gewiss großzügig hinweg.
2 von 5 hell wie eine Sonne strahlenden Bananen.