Aus dem Nähkästchen | Strawberry Fields forever

Fashion Rule #1: If it has pockets, it’s instantly better.
Die Frage, wie viele „Valentina“-Kleider ich inzwischen schon genäht habe, brachte mich kürzlich ein wenig in Verlegenheit. Fast Fashion hat mir erfolgreich eingeredet, dass immer alles neu und anders sein muss. Beim Nähen jedoch lautet die Erfolgsformel: Je öfter man ein Kleidungsstück näht, desto besser wird es. Bis das auch in meinem Unterbewusstsein ankommt, wird es wohl noch etwas dauern.

Size matters (not)

Seit letztem Monat sind es übrigens sechs. Meine neueste Variante von „Valentina“ wollte ein Maxikleid werden, endete dann aber doch irgendwo im Bereich Midi. Das ist meine eigene Schuld, weil ich die Änderungen blind aus einem Facebook-Post übernommen habe statt noch mal selbst nachzumessen. (Gewohnheitsfehler, als kleine Person rechne ich automatisch damit, dass eh alles zu groß ist.) Aber ich bin nicht traurig darüber, die Länge gefällt mir überraschend gut.
Ich hatte überlegt, meine Rundhals-Variation auch hierfür zu verwenden, entschied mich aber dagegen, weil der Stoff selbst recht wenig visuelles Interesse bietet und die Blende die bessere Wahl schien. Aus demselben Grund habe ich an den Ärmeln Aufschläge gemacht statt sie einfach nur zu säumen. Übliches Extra sind zwei Nahttaschen. Wann immer es das Schnittmuster hergibt, ergänze ich mittlerweile Taschen, denn auch wenn die Modewelt etwas anderes behauptet: Taschen sind essenziell.
Maxikleid
Maxikleid Ärmelaufschlag
Maxikleid Nahttaschen

Kommende Projekte

Die trägen Sommermonate sind nicht die beste Zeit zum Nähen, seien wir ehrlich. Es ist heiß, alles klebt immer irgendwie, man muss tagsüber verdunkeln, um nachts nicht zu sterben, ach ja, und ein bisschen Zeit will man ja vielleicht auch mal draußen verbringen. (Wenn schon sonst für nichts, dann wenigstens fürs Vitamin D.) Erwartet also nicht zwingend, vor dem Herbst noch mal was aus der Nähstube zu hören.
Generell möchte ich die Zeit für ein paar kleinere Projekte nutzen. Dazu gehören Änderungen an früheren Arbeiten genauso wie ein paar Resteverwertungen. Meine Stoffboxen quellen über, und daran sind eben gerade keine neuen Stoffkäufe schuld, sondern die vielen 50 cm bis 1 m Stückchen, die von Projekten übrig geblieben sind. In einer idealen Welt würde ich die aufheben, für spätere Änderungen oder Reparaturen, doch wohin? Wohin mit all dem Kram?
Sixties-Jersey
Außerdem möchte ich endlich einen Mockup des Vintage-Schnittmusters machen, das ich vor zwei Jahren gekauft habe. Richtung Herbst steht ein Sixties-Kleid auf dem Programm, für das ich im Frühjahr den perfekten Jersey (als reduzierten Rest!) gefunden habe. Und ja, dieses Jahr soll unbedingt auch noch ein zweiter Winterrock her, dafür hätte ich am liebsten einen dunklen Samt mit schönem Muster. Alternativ noch mal ein Flanell.

Update zur Stoffentsorgung

Stoffrest-Sammlung
Apropos, wie geht es meinen Mitnähenden denn inzwischen mit dem Thema Stoffreste im Restmüll? Da ich in einer Stadt wohne, in der man extra korrekt sein will und sogar den Biomüll durchwühlt (kein Scherz), um mit horrenden Strafgebühren die kommunalen Finanzen aufzubessern, gehe ich kein Risiko ein und entsorge inzwischen alles im Altkleidercontainer. Vom Wischlappen bis zum zerschlissenen Slip. Und für meine Nähabfälle halte ich ein kleines Säckchen parat, in dem ich wirklich jeden Schnipsel sammle. Wenn schon korrekt, dann bitte auch richtig.