„Habe eine neue YouTuberin entdeckt. Sie hat kurze Haare. Jetzt will ich auch wieder kurze Haare. Verdammt.“ (aus meinem Tagebuch)
Die Saga vom Regalbodenträger
Dieser Tage habe ich meinen Einbauschrank im Flur umorganisiert. Ich will ehrlich sein, das hatte ich seit dem Frühjahr auf meiner Liste stehen – inklusive Kauf eines weiteren Einlegebodens, weil der Platz bislang nicht gut genutzt worden war. Gepreiset sei mein unglaublicher Enthusiasmus, diesen Monat ging ich endlich in den Baumarkt und ließ mir ein passgenaues Brett zuschneiden. Das dauerte zwei Minuten und kostete fünf Euro. Ähem.
Dann nahm das Drama seinen Lauf. Einer meiner Vorgänger hatte bereits ein Brett nachgerüstet und als Auflage einfach ein paar Holzdübel in die Löcher gehämmert. Das wollte ich besser machen und kaufte sogenannte Regalbodenträger. Ohne die Löcher vorher auszumessen, weil in Deutschland ist doch eh alles genormt, nicht wahr? Klassischer Anfängerfehler, die 5 mm Bodenträger waren zu dünn und fielen direkt wieder aus dem Loch raus. (Das merkte ich natürlich erst, nachdem ich den kompletten Schrank ausgeräumt hatte.)
Diesmal bestellte ich 6 mm Bodenträger im Internet und bezahlte sogar extra für eine schnelle Lieferung. Trommelwirbel … sie waren zu groß. Nicht mal mit dem Hammer bekam ich die Dinger in die Löcher, und so langsam entwickelte ich Verständnis für die Dübelsituation. Nach einem langen Blick in meine Schraubensammlung verwendete ich schließlich Einschraubdübel. Immerhin sind die aus Metall, das ist doch ein Upgrade, oder? Und ich hab jetzt zwei Packungen Regalbodenträger unterschiedlicher Größe, jei.
Der August in Bildern















Just one damned thing after another
Ich sollte mir ganz dringend angewöhnen, bei Büchern aus dem öffentlichen Bücherregal erst mal zu recherchieren, ob es sich dabei um ein Einzelwerk oder eine Reihe handelt. Nicht unbedingt, weil ich versehentlich an einen zweiten oder dritten Band geraten könnte. (Wer würde schon die entsorgen und den ersten behalten?) Viel wahrscheinlicher ist, dass mir ein Buch gefällt und ich hinterher feststelle, dass es eine Fortsetzung gibt.
Oder auch zwölf. So was kann auch nur mir passieren, oder? Da nehm ich blauäugig „Miss Maxwells kurioses Zeitarchiv“ mit, weil ich mir denke, hey, eine zeitreisende Historikerin, das klingt lustig, und dann kann ich den Roman praktisch nicht mehr beiseite legen, so spannend ist er. Jupp, aktuell dreizehn Bände (plus zwei Dutzend Kurzgeschichten), teilweise noch nicht mal übersetzt, und keine Ahnung, ob noch mehr kommt. Fuuuuck!
„Können Sie schießen? Haben Sie je eine Waffe abgefeuert? Können Sie reiten? Können Sie schwimmen? Wie fit sind Sie?“
„Nein. Nein. Ja. Ja. Überhaupt nicht.“
Er wartete ab und musterte mich von oben bis unten. „Können Sie einen Mann töten?“
Ich sah ihn ebenfalls von oben bis unten an. „Mit genügend Zeit wohl schon.“
(Jodi Taylor „Miss Maxwells kurioses Zeitarchiv“)
Mixtape August
Vor zwanzig Jahren war Goldfrapp für mich der ganz heiße Scheiß, bevor ich die Band aus den Augen verlor. Mit ihrem zweiten Solowerk „Flux“ hat sich Alison Goldfrapp nun wieder in Erinnerung gebracht – und klingt immer noch toll. Platz 1 meiner Playlist gehört diesen Monat trotzdem der Coverversion eines meiner All-Time-Lieblingssongs. 😏
7
Oh, aber Miss Maxwell könnte mir auch gefallen, was du so erzählst.
Ich bin auch immer noch auf der Suche nach dem nächsten Suchtobjekt in Sachen Lesestoff, aber bislang hat mich noch keine Leseprobe wirklich packen können. Ich habe sogar eine KI mit meinen Leseinteressen gefüttert in der Hoffnung, eine neue, unentdeckte Perle zu finden, aber die meisten Vorschläge kenne ich schon zumindest vom Reinschmökern. Oder es scheint irgendwie nichts zu geben, das so richtig passt.
Daher wäre die Aussicht auf zwölf Bände einer wirklich guten Serie ganz genau das, was ich mir wünschen würde. Vorausgesetzt, der Autor kann das Niveau halten, natürlich.
Am besten schaust du mal, ob es irgendwo eine Leseprobe gibt, mich selbst hat es aber auch erst im letzten Drittel richtig gepackt, als die übergreifende Rahmenhandlung in Gang kam. Es ist halt schon eher ein „Schmöker“, also ein bisschen soapig, inklusive obligatorischer Liebesgeschichte und recht graphischer Sexszenen. Die ganze Reihe firmiert unter „Die Chroniken von St. Mary’s“. Sollte ich weiterlesen, werde ich wohl aufs englische Original umsteigen, im E-Book-Form ist das bei der Masse noch einigermaßen bezahlbar.
Jes, du musst unbedingt öfters etwas mit Schränken, Brettern und Regalen machen! Sehr gut. Was mich nur noch mehr in meiner Meinung bestärkt, dass man nicht eben mal ein Projekt in Angriff nimmt und auch nicht eben mal nur ‚So‘ in den Baumarkt geht.
Vom Bestellen im Internet. Meistens funktioniert es ja. Aber manchmal…, tja.
‚Hergestellt in Deutschland‘ hat wohl (oder hoffentlich) alles eine Norm. Bei vielen Produkten, wenn da draufstehen würde ‚Made in Absurdistan‘, dann wäre das immerhin ehrlich. Obwohl es ist schon seltsam. Fünf Millimeter zu klein und sechs Millimeter zu groß? Bei Heimito von Doderer und seinem Roman Die Merowinger oder die totale Familie da gibt es eine Firma mit dem klingenden Namen Hulesch & Quenzel. Möglich und du hast etwas aus dieser Serie erwischt. Die Verkaufen so etwas wie Schrecksessel oder Schneidende Kragenknöpfe aber auch Nähnadeln (sic!) ohne Öhre (0,5%ige Beimischung).
Jedenfalls. Du hast dir zu helfen gewusst. Und in Zeiten wie diesen, ein ordentlicher Vorrat an Regalbodenträgern ist ja nicht zu verachten.
Ich bin ja eher kein Freund davon aber dein neuer Teppich ist schön. Und die Schildkröte. Maturin. Der dunkle Turm fällt mir da spontan dazu ein. Ich bin mir jetzt nicht sicher aber ich meine das ist eine Landschildkröte? Und, cooles Kleid. (Was wurde eigentlich aus deinem Dirndl?)
Der Einbauschrank und der Teppich sind übrigens Teil desselben Projekts, ich habe meinen Flur umgestaltet. Ich hatte immer das Gefühl, dass er irgendwie „krempelig“ wirkt, beim Reinkommen fühlte man sich nicht willkommen, und da er auch ein Durchgangsraum zu jedem anderen Zimmer ist, wollte ich ihn einfach etwas wohnlicher gestalten. Ich bin noch nicht ganz da, aber auf einem guten Weg. Und frag nicht, der Schrank und die Löcher für die Regalbretter entziehen sich jeglicher menschlichen Logik.
Hm, meinst du mit Dirndl den roten Rock, den ich seinerzeit second-hand erstanden habe? Lustigerweise war der nach dem Waschen plötzlich nicht mehr zu weit, ich musste also nichts mehr daran machen und habe ihn letzten Herbst und Winter quasi ständig getragen. (Und freu mich jetzt schon wieder drauf.) Das obige Kleid habe ich im selben Laden gefunden, noch so eine Perle.
Ach ja, die Schildkröte ist eine … grüne … Schildkröte? Ich kenn mich da echt nicht aus, ich fand sie nur so hübsch und detailliert und passend zu meinen grünen Badfliesen. 😂