„We’d have to engage with those … for serious lack of a better word, zombies?“
Pike und M’Benga suchen für Batel auf einem nur scheinbar verlassenen Planeten nach einer seltenen Heilpflanze. Spoiler!
At least you’re not trying to eat us
Captain Batels Zustand verschlechtert sich zusehends und jetzt können nur noch drastische Maßnahmen helfen. Wie drastisch, ist Pike nicht klar, als er zusammen mit M’Benga nach Kenfori fliegt, um eine seltene Blume zu besorgen. Kenfori liegt seit dem Krieg gegen die Klingonen in einer Sperrzone, deshalb findet die Mission im Geheimen statt. Als sie auf dem Planeten jedoch den zombieartigen Bewohnern begegnen, wird Pike so langsam klar, welche „Heilung“ M’Benga vorschwebt. Und dann tauchen auch noch die Klingonen auf.
Ein Scheißtag für Pike und M’Benga
Meine Reaktion kurz zusammengefasst: Jei, Zombies! Meh, Klingonen … Für mich ist „Shuttle to Kenfori“ somit tatsächlich eine ziemlich zwiespältige Angelegenheit. Ich mochte so ziemlich alles, was mit den Hybriden zu tun hat – inklusive dem wissenschaftlichen Hintergrund und dem Plan zu Batels Rettung. Aber ab dem Zeitpunkt, wo sie der Klingonin gegenüberstehen, ließ mein Interesse schlagartig nach. Und kam dann auch nicht mehr zurück.
„I could have stopped it. But a mass murderer gave me the opportunity to kill him. And I did. Willingly. I would do it again. So yes. His blood is on my hands. Was that dishonorable? I don’t know. But there was justice. I lied to protect the monster that still lives inside me. Should the day come when he is needed again.“
Manchmal ist Zweideutigkeit die bessere Lösung
Sprechen wir über den Elefanten im Raum. Zu den Todesumständen von Dak’Rah schrieb ich seinerzeit in meiner Review von „Under the Cloak of War“ wörtlich: „Wir werden es nie erfahren, und das ist auch gut so.“ Womit das ganze Dilemma eigentlich auch schon erklärt ist. Besagte Folge bezog ihre ganze Stärke aus der Ambivalenz, aus der Uneindeutigkeit. Uns war klar, dass M’Benga durchaus dazu in der Lage ist, jemanden zu töten, aber nicht zu wissen, was genau vorgefallen ist, machte die Figur interessanter.
Es ist, als würden wir jetzt schummeln und in die Box schauen, um herauszufinden, ob die Katze nun lebt oder tot ist. Am Ende raubt die Enthüllung, dass M’Benga in der Tat mit voller Absicht zugestochen hat, der Geschichte jegliche Relevanz. Es ging doch nie darum, ob oder ob nicht, sondern um die bloße Möglichkeit. Rückwirkend macht „Shutte to Kenfori“ damit eigentlich sogar die Brillanz von „Under the Cloak of War“ zunichte.
Das Ärgerlichste daran ist, dass diese Folge dem Thema nichts Neues hinzuzufügen weiß. Sicher, es steckt eine gewisse Originalität darin, dass Bytha ihren Vater nicht etwa rächen will, sondern selbst töten wollte – eine Ehre, die M’Benga ihr geraubt hat. Alles darüber hinaus ist jedoch ein einziger großer Griff in die Klischeekiste. Von M’Bengas Entscheidung, sie zu verschonen, bis zu ihrem freiwilligen Opfer, um doch noch ehrenvoll zu sterben.
Mord vs. Gehorsamsverweigerung
Ein bisschen schießt man sich damit auch ins eigene Bein. Denn wo Captain Pike damals noch ruhigen Gewissens seine schützende Hand über M’Benga halten konnte, macht er sich nun formal gesehen zum Mittäter. Ja, ja, geheime Mission und so, offiziell waren sie nie auf Kenfori und sind deshalb auch nie Bytha begegnet. Aber mal im Ernst, hier geht es nicht um Gut oder Böse, oder auch nur um Strafe, sondern um die Sicherheit auf der Enterprise.
Ich fand es schon bedenklich, dass Pike es so durchgehen ließ, als M’Benga sagte, es sei zwar ein Unfall gewesen, aber leid täte es ihm nicht. Da hätte ich zumindest erwartet, dass er ihm ein paar Pflichtstunden bei einem Therapeuten aufdrückt. Spätestens jetzt aber, wo er weiß, dass es kein Unfall war, müsste es doch irgendwelche Konsequenzen geben. Gerade, weil M’Benga ein Freund ist, sollte Pike dafür sorgen, dass er professionelle Hilfe bekommt.
Es ist freilich auch kein Glanzstück, dass man in ein und derselben Folge jemanden mit Mord davonkommen lässt und einen anderen dafür suspendiert, dass er Befehle missachtet. Andererseits ist Unas Reaktion auf Ortegas’ Irrsinn die einzig richtige. (Und ich fand es bezeichnend, dass La’an schon viel früher gespürt hat, dass etwas nicht stimmt.) Wahrscheinlich wäre aber auch hier eine Therapie weit sinnvoller als ein Kommandotraining.
„Let me understand. Instead of ridding her body of the Gorn DNA, you’re gonna make it permanent? You’re going to change her?“
The Last of Moss
Ich bin ehrlich, ich hätte gerne mehr von den Zombies gesehen, die erst spät in der Folge auftauchen und dann leider auch schnell zu Hintergrundrauschen werden. Denn die Idee als solche finde ich ganz faszinierend, auch wenn die Hybriden natürlich fatal an die Pilz-Zombies in „The Last of Us“ erinnern. Hier ist es eben Moos, optisch ist aber auch das sehr effektiv. Dass M’Benga darauf drängt, sie nicht Zombies zu nennen, ist freilich mehr als nur eine sprachliche Feinheit, immerhin will er denselben Effekt für Batel nutzen.
Ein Mensch-Gorn-Hybrid (kein Zombie!), das war wirklich mein Wow-Moment der Folge. Ich hab ja immer noch nicht verstanden, was genau sie vorher gemacht haben, um Batel zu heilen, denn für mich klang auch das schon verdächtig nach Hybrid. Aber wir können gespannt sein, welche Auswirkungen das hat – weniger körperlich als vielmehr psychisch. Denn wenn Spocks Geistesverschmelzung eines gezeigt hat, dann, dass die Gorns in Batel ziemlich angepisst sind.
Wie immer schön waren die Szenen zwischen Pike und Batel , weil sie sich einfach so real anfühlen. Keine überspitzten Dramen, sondern absolut realistische Probleme innerhalb einer Beziehung. Dass Batel für sich behält, wie die Gorn-Therapie aussieht, ist jedenfalls nur allzu verständlich, Pike hat tatsächlich die Tendenz, solche Dinge zu … vereinnahmen. By the way, dass auch seine Tage gezählt sind, hat er ihr bislang nicht anvertraut, richtig?
Dawn of the Dead Notes
• Entschuldigt, aber wurde hier gerade etabliert, dass Pike die totale Tratschtante ist? Ich mein, wie er M’Benga so beiläufig fragt, was er von Chapel und Korby hält … da musste ich echt lachen.
• Und M’Benga war viermal verheiratet (dreimal geschieden, einmal annulliert). Wussten wir das schon?
• Wer bitteschön hat Unas Flechthelm-Frisur abgesegnet? Schon klar, wegen der Szene in Schwerelosigkeit wollten sie keine herumfliegenden Haare, aber damit hat man ihr wirklich keinen Gefallen getan.
3 von 5 Bananen-Moos-Zombies.