„We can’t give them our brain cells. We need it … for many science reasons.“
Um die neue Holodeck-Technologie zu testen, lässt La’an den Computer ein Murder Mystery kreieren, das sie lösen soll. Spoiler!
We’re all children … of the cosmos
Während die Enterprise einen Neutronenstern untersucht, bleibt Sicherheitschefin La’an genug Zeit, sich einem anderen Forschungsprojekt zu widmen. Sie soll eine neue Technologie auf Herz und Nieren testen: das Holodeck. Dafür lässt sie den Computer aus einer Buchreihe ein Programm erstellen, in dem sie die Rolle der Ermittlerin Emilia Moon einnimmt und einen Mordfall aufklärt. Als sie nicht weiterkommt, bittet La’an Spock, ihr mit seinen analytischen Fähigkeiten zu helfen. Scotty, der das Holodeck von der technischen Seite aus überwacht, rotiert derweil, will sich aber partout nicht helfen lassen.
Viel Recycling für nichts
Ja, ich muss leider sagen, dass ich Holodeck-Episoden noch nie sonderlich gemocht habe. Das wirklich Bittere daran ist, dass „A Space Adventure Hour“ im Grunde nur Storys recycelt, die zuvor schon andere „Star Trek“-Serien erzählt haben – auch wenn das technisch gesehen erst später geschieht, was das Ganze nicht besser macht. Und am Ende ist das sowieso nur ein Vehikel, um die nächste Romanze in See stechen zu lassen. Ich bin mal gemein und frage an dieser Stelle provokant: Ist das noch „Star Trek“ oder „Der Bachelor: Vulcan Edition“?
„Usually, a motive hides quiet secrets hidden in shadows and behind closed doors, but I could see this case had it all. Passion, desperation, jealousy, rage.“
Die Schauspieler hatten Spaß, ich weniger
Ich glaube, was mich an der ganzen Geschichte am meisten ärgert, ist die Tatsache, dass „A Space Adventure Hour“ eigentlich ganz spaßig ist, aber in dieses völlig durchgekaute Setting gepresst wird. Es ist offensichtlich, dass die Schauspieler ihre helle Freude hatten, und für Zuschauer ist es ja auch immer ganz amüsant, sie mal in ganz anderen Rollen zu sehen. Ob Pike als unsicherer Drehbuchschreiber oder Uhura als mondäne Agentin (die eigentlich nur eine rauchen will und die ganze Folge über kein Feuer findet).
Und ja, dann ist da natürlich die Sache mit dem Krimi. Ich hasse Krimis. Die ganze Ausgangssituation mit dem Mordfall und La’an als Ermittlerin rauscht also mit Vollgas an mir vorbei. Wie gesagt, das tut der Unterhaltung durch die schrägen Figuren keinen Abbruch, aber über den Fall könnte ich euch nichts erzählen, selbst wenn mein Leben davon abhinge. Außer halt, dass die Auflösung schamlos aus „Elementary, dear Data“ geklaut ist, was Spock zu … Moriarty macht?
And I am known for my … diction
Sie hätten mich so viel glücklicher machen können, wenn sie einfach bei „The last Frontier“ geblieben wären, der fiktiven Sci-Fi-Serie, deren Cast und Crew dann in das Murder Mystery verwickelt wird. Die Sequenz zu Beginn der Folge? Chef’s kiss. Wenn sie hier die Anfangstage von „Star Trek“ parodieren wollten, sind sie fast ein bisschen gemein, denn so schlecht war die Qualität damals beileibe nicht. Ich hätte mich trotzdem fast weggelegt bei dem Alien, bei dem man deutlich die Hände der Schauspielerin sieht, die die Stäbe mit den Tentakeln halten.
Paul Wesleys Kirk- oder besser William-Shatner-Imitation entwickelt sich unter Fans indes bereits zum Zankapfel. Die einen finden sie in ihrer haltlosen Übertreibung perfekt, die anderen einfach nur empörend. Ich fand sie toll, aber ich bin auch kein Kirk-Fangirl und hab mich bei seinen Monologen mit den vielen, vielen dramatischen Pausen komplett beömmelt. Der Vorspann ist ein weiteres Meisterwerk, und danke, danke, danke für die „Outtakes“, komplett mit missglücktem Riker-Manöver.
Maxwell Saint: „You work closely with people, and things happen. You two must know how that goes.“
Emilia/La’an: „What? We … No, this is about you, not … anyone else.“
Serien-Dater Spock
Tja, ich schätze, ich kann nicht länger um „La’ock“ herumreden. Ehrlich gesagt komm ich mir so dumm vor, weil ich bei „Wedding Bell Blues“ noch schrieb, ach, ist das schön, wenn die beiden jetzt Freunde werden. Wahrscheinlich hätte ich mir denken können, dass die Autoren es nicht dabei belassen. Ich bin wirklich die Letzte, die sich über Romanzen in Serien beschwert, aber irgendwie haben sie bei „Star Trek: Strange new Worlds“ inzwischen jegliches Maß verloren.
Aus La’ans Sicht könnte ich das sogar durchgehen lassen, aber Spock?! Langsam habe ich den Eindruck, sein Leben ist eine einzige Rom Com. Vielleicht hatte er zu dem Zeitpunkt, als Kirk Captain der Enterprise wird, einfach alle Frauen auf dem Schiff durch und hört deshalb damit auf? Mittlerweile habe ich viel Verständnis für die T’Pring in „Amok Time“, die lieber Kal-if-fee will als Spock zu heiraten. Die Zwei sind offiziell immer noch verlobt, oder?
Es ist einfach nur schade, denn Spock ist so eine interessante Figur, so ein vielschichtiger Charakter. Doch den Autoren fällt nichts anderes ein, als sich abwechselnd über ihn lustig zu machen oder ihn als verliebten Dummkopf zu zeigen. Ethan Peck tut mir ehrlich gesagt leid, denn dafür ist seine Darstellung viel zu gut. Da müssen wir nun wohl durch, und die einzige Frage lautet: Wann, wie und warum wird diese Beziehung enden?
A Notes Adventure Hour
• Die Idee, dass das Holodeck erst später in „Star Trek“ relevant wird, eben weil es hier so viele Probleme macht, finde ich ehrlich gesagt ziemlich genial. Es zeigt aber auch, dass kein einziges davon gelöst wird, bevor die Technologie in die Massenproduktion geht, und das ist ein bisschen albern.
• Ich weiß nicht, für mich fühlt es sich an, als habe Spock das Tanzen nur deshalb als Hobby adaptiert, damit die Autoren leichter eine Brücke zu La’an schlagen können. Das gesagt … der Tango war echt heiß.
• Interessant, dass man uns die Auflösung schon zu Beginn präsentiert, als Scotty La’an das Pad mit den Crewmitgliedern zeigt, deren Aussehen für das Programm verwendet wird. Darunter ist nämlich auch Spock, der anschließend aber nur scheinbar nicht als „Figur“ auftaucht.
• „You know I’m an actor, not a doctor, right?“ Und das aus dem Munde von Lee Woods, ein Name, der für sich schon eine Anspielung auf DeForest Kelley ist.
3 von 5 erbärmlichen, aber leckeren Bananen.