Star Trek: Strange new Worlds | Through the Lens of Time (3×05)

„Let’s go dig up the past.“

Dr. Korby und Chapel untersuchen mit einem kleinen Team einen uralten Tempel, der angeblich das Geheimnis der Unsterblichkeit birgt. Spoiler!

This is layered dimensional space

Ein kleines Außenteam soll Dr. Korby dabei assistieren, einen mysteriösen Tempel auf Vadia IX zu untersuchen, dessen Erbauer das Geheimnis der Unsterblichkeit entschlüsselt haben sollen. Es ist der erste Außeneinsatz für Ensign Gamble, und zusätzlich begleitet sie Beto Ortegas als Dokumentarfilmer. Was als Abenteuer beginnt, entwickelt sich schnell zum Horrortrip, als Gambles Augen von einer Art Granate regelrecht ausgebrannt werden. Der Rest des Teams soll daraufhin ebenfalls zum Schiff zurückkehren, doch als ihr lokaler Führer flüchten will, wird er vom Tempel getötet und die Tür nach draußen schließt sich.

Dr. Korby und der Quantentempel des Todes

Du meine Güte, das kam unerwartet! „Through the Lens of Time“ ist eine großartige Folge, eine der besten der gesamten Serie. (Nein, als studierte Archäologin bin ich überhaupt nicht voreingenommen.) Der Vergleich mit Indiana Jones ist naheliegend, aber mir gefällt, wie sie hier explizit einen Punkt daraus machen, dass man Gefahren ernst nehmen sollte, auch wenn die Forschung noch so spannend ist. Man will ja schließlich nicht, dass jemand ein Auge verliert, oder? Oh, wartet …

La’an: „Watch your footing and try not to touch anything.“
Korby: „Sadly, that would defeat my entire purpose here, Lieutenant.“

Neue Welten und neue Lebensformen

Wir haben also einen neuen Gegner: die Vezda. Es ist toll, dass „Star Trek: Strange new Worlds“ endlich mal etwas wirklich Neues probiert. Klar macht es auch Spaß, Altbekanntes in neuem Licht zu betrachten, aber manchmal fehlten mir schon ein bisschen die im Titel versprochenen „new Worlds“. Der Tempel war jedenfalls äußerst beeindruckend und ließ definitiv Abenteuerstimmung aufkommen.

Über die Vezda selbst erfahren wir erst mal nicht viel. Anscheinend wurden sie von einer anderen Spezies als „Anhalter“ bei Reisen durch den Quantenraum eingeschleppt. Der vermeintliche Tempel ist also tatsächlich ein Gefängnis. Aber es ist schon ein irgendwie faszinierender Gedanke, dass eine so alte Spezies nicht etwa weise und gutmütig ist, sondern durch und durch böse und begierig darauf, wieder eine körperliche Form anzunehmen.

Noch interessanter ist, dass die Gorn offenbar schon Kontakt mit ihnen hatten. (Tja, dumm, dass sie die jetzt nicht fragen können, weil sie alle schlafen.) Hut ab, wie sie hier den Plot der Woche mit der übergreifenden Handlung um Captain Batel verwoben haben. Als die beim Anblick von Gamble ausrastet, ist es nämlich die Gorn-DNS in ihr, die auf das unbekannte Wesen reagiert. Beängstigend, auf welche Weise sich das in Batel nun manifestiert.

Tödliche Neugier

Vor allem aber fühlt sich „Through the Lens of Time“ wie gutes altes „Star Trek“ an. Gut, technisch gesehen haben sie einen Feind, aber der treibt hauptsächlich auf dem Schiff sein Unwesen. Im Tempel geht es allein um Forschung, um das Entschlüsseln von Hinweisen und das Ziehen der richtigen Schlüsse. Dabei zeigt sich, dass die Sternenflotten-Regularien keineswegs nur dazu da sind, Archäologen die Laune zu verderben. Hätten sie nicht auf Dr. „Indy“ Korby gehört, sondern auf Spock, wäre die Sache vielleicht anders verlaufen.

Tragisches Opfer dieser Kurzsichtigkeit ist Ensign Gamble. Rückblickend wissen wir, dass die Figur nur eingeführt wurde, weil sie schlecht Chapel sterben lassen konnten, aber trotzdem ist den Autoren damit eine interessante Variante des berühmten „Red Shirts“ gelungen. „Star Trek: Deep Space Nine“ hat das einst in „The Ship“ versucht, hier sind sie noch einen Schritt weitergegangen und haben Gamble als wiederkehrende Nebenfigur eingeführt. Wir kannten ihn inzwischen gut genug, dass der Verlust ernsthaft wehtut.

„There is evil in this universe, as sure as there is good. As sure as there is matter, as sure as there is light. I know … that being was ancient. Malevolent. The desire to malign, to pervert and consume, given corporeal form. If any of those things ever escape that well down there … God help us all.“

Nicht der passende Ort zum Flirten

Der Beziehungskram wird in dieser Folge spürbar zurückgefahren, hätte meinetwegen aber auch einfach ganz weggelassen werden können. Für mich hat sich die Sache zwischen Spock und Chapel in „Wedding Bell Blues“ erledigt, somit gibt es gar keinen Grund für Spannungen zwischen Spock und Korby. Das überhaupt anzudeuten, ist ziemlich billig, zumal das Drehbuch auch ohne das mehr als genug Fleisch auf den Knochen hat. (Unter uns, ich hätte das gerne als Zweiteiler gehabt.)

Ich musste allerdings hart schlucken, als La’an zu Chapel meint, sie und Spock wollten ihrer Beziehung keine Label verpassen. Jaaaa, been there, done that. Chapel hätte ruhig was sagen können, immerhin hatte sie diese Unterhaltung mit Spock auch schon, und wir wissen alle, wie das ausging. Andererseits, wie kann irgendjemand, der Spock kennt, ernsthaft glauben, er stünde voll hinter „just fun times“?

Through the Notes of Time

• Ich bin bekanntlich zu rational für Sci-Fi, aber eine Tür, die Blut verlangt? Gewaltige red flag.
• Mit welcher Selbstsicherheit Uhura Beto beruhigt, zeigt, wie weit sie seit „Children of the Comet“ gekommen ist.
• Spocks „curiouser and curiouser“ hat mir als Fan von „Alice im Wunderland“ ein wissendes Kichern entlockt. Dafür verwendet La’an seine Catchphrase “fascinating“.
• Vadia IX wird in „Wedding Bell Blues“ als Trelanes Heimatwelt genannt, heißt das, die Q haben die Vezda mitgebracht?
• Habe ich verpasst, wie die chinesischen Schriftzeichen im Tempel erklärt wurden?
• „Event Horizon“ anyone?

5 von 5 unsterblichen Bananen im Quantenraum (oder so).

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