„What if I told you that by this time next week, every single one of those goddamn men would be dead? And you will be the most powerful Commander left in Boston.“
Lawrence versteckt June und Moira bei sich. Nick soll helfen, Janines Karte und die Briefe von den Jezebels zu holen. Spoiler!
This fucked-up country is gonna crumble
Commander Lawrence will June und Moira am liebsten so schnell wie möglich wieder loswerden, da er nun weiß, dass die anderen Commander ihn hängen sehen wollen. Um ihn für ihre Sache zu gewinnen, erzählt ihm June von Maydays Plänen, worauf er sie bei sich zu Hause versteckt. Doch sie brauchen noch die Briefe und die Karte aus dem Penthouse, also ruft June kurzerhand Nick an, der sie aus dem Safe bei den Jezebels holt. Leider bleibt er dabei nicht unbeobachtet, und so stellt ihn sein Schwiegervater Commander Wharton zur Rede. June schlüpft derweil bei Serena unter, die auch ein Wiedersehen mit Rita organisiert.
Größtenteils Füllmaterial
„Surprise“ hat so ein bisschen den Charme einer Füllepisode, da im Grunde nichts passiert. Sie müssen sich verstecken, es werden erneut die üblichen Konflikte aufgerollt (seufz), Dinge müssen organisiert werden. Erstaunlicherweise ist das sogar ganz kurzweilig, aber die Folge ist zugegeben auch kurz. Und dann kommt das dicke Ende. Ich gebe zu, ich habe es halb erwartet, aber das ändert nichts daran, dass einem in dem Moment unweigerlich das Herz in die Hose rutscht.
„I found out the Resistance was planning a massacre. The slaughter of every Commander in attendance. And I believe they came quite close.“
Nick, das Paradebeispiel eines Mitläufers
Hach ja, Nick. Um ehrlich zu sein, ich bin nicht überrascht. Immer, wenn er gegen die Interessen Gileads handelte, tat er das für June. Und ich versteh’s. Für einen Mann ist Gilead nicht übel, er hat sich eine beachtliche Karriere aufgebaut, und das nicht mal durch besondere Fähigkeiten, sondern einfach nur durchs Füßestillhalten. Warum gegen das Paradies kämpfen?
Auf ein simples Wort heruntergebrochen, ist Nick ein Feigling. Er hat Angst vor Wharton und er hat Angst vor June. Wharton bringt ihn mit ein paar subtilen Drohungen dazu, den gesamten Plan von Mayday auszuplaudern. Und dann hat er noch nicht mal den Schneid, es June zu sagen, sondern will mit ihr nach Paris türmen, bevor ihm alles um die Ohren fliegt.
Ich bin „The Handmaid’s Tale“ dankbar dafür, dass sie auch Leute wie Nick zeigen. Denn Diktaturen leben am Ende eben nicht von den wenigen Hardlinern, sondern von der großen Masse an Mitläufern. Von Leuten, die mitmachen und sich einreden, dass doch eigentlich alles gar nicht so schlimm ist. Und die auch noch glauben, dass sie damit das Richtige tun.
June, die Plaudertasche
Wenn wir hier überhaupt jemandem einen Vorwurf machen wollen, dann June. Die Serie hat sich meiner Meinung nach keinen Gefallen damit getan, aus ihr so was wie eine moderne Heilige zu machen. Auch sie ist im Grunde wahnsinnig egoistisch, obwohl sie ständig betont, dass sie ja für das große Ganze kämpft. Nein, das tut sie nicht, denn sonst würde sie den Plan von Mayday nicht jedem erzählen, der sie nett anlächelt.
Glaubt mir, nie habe ich mich mehr mit jemandem identifiziert als mit Moira, als June Commander Lawrence erzählt, dass sie seine Konkurrenz töten wollen. Das mutete fast wie Prahlerei an. Und das ist eben der Punkt, sie gibt hier ohne jedes Nachdenken nicht etwa ihre persönlichen Pläne preis, sondern welche, hinter denen viele, viele andere Menschen stehen. Menschen, die sie damit ohne Not in Gefahr bringt.
„Serena, just because women can read here doesn’t mean that they’re free. It is just another version of Gilead that is better for you.“
Serena, die ewige Ehefrau
Ist euch eigentlich aufgefallen, dass Serena neuerdings fast ausschließlich Rosa trägt? Darüber wollte ich schon länger mal schreiben, aber diesmal fiel es mir ganz besonders auf, weil auch Rita Pastell trägt. Ich bin mir noch nicht sicher, was das symbolisieren soll, vielleicht Unschuld? Reinheit? Naivität?
Serena erzählt June jedenfalls von ihrer bevorstehenden Hochzeit, und die reagiert exakt so wie ich. Natürlich kennen wir Wharton zu wenig, um einschätzen zu können, ob er wirklich so „liberal“ ist. Könnte es sein, dass er Lawrence genauso gern loswerden will wie die anderen Commander? Und Serena mittels Hochzeit quasi „ruhigstellen“ will?
Blessed be the fruit
• Als June sich zum Stelldichein mit Nick überreden lässt, wo ist Moira zu dem Zeitpunkt? Bringt Lawrence sie bereits zur Grenze?
• Starke Szene mit Janines Wutausbruch. Lydia ist einfach nur noch absurd. Bringt Kekse ins Bordell mit, ts, ts.
3 ½ von 5 Bananen, die von Paris träumen.
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