The Handmaid’s Tale | Execution (6×09)

„This is the beginning of the end.“

June und die befreiten Mägde werden gefangengenommen und sollen öffentlich exekutiert werden. Spoiler!

In it to win it

Die von June und Moira befreiten Mägde werden auf dem Weg zur Grenze aufgegriffen. June soll öffentlichkeitswirksam gehängt werden, in dem Punkt lässt sich Wharton auch von Serena nicht umstimmen, obwohl er ihr das Zugeständnis macht, selbst auf eine Magd zu verzichten. Die Ehefrauen und Kinder werden zur Sicherheit an einen Ort außerhalb Bostons gebracht. Dann kommt es bei der Exekution zum Aufstand durch Mayday, die zuvor platzierten Bomben werden gezündet, doch die Commander entkommen erneut. Nur Serena könnte ihnen jetzt noch verraten, wo sie sich verstecken.

Mit großen Schritten dem Ende entgegen

Mit nur noch einer Folge offen, sind wir bei „The Handmaid’s Tale“ an einem Punkt angelangt, an dem ich eigentlich nichts mehr zu sagen habe. Alle philosophischen Spitzfindigkeiten wurden ausgetauscht, alle gesellschaftlichen Entwicklungen analysiert – was bleibt, ist allein die Frage, ob wir zu einem befriedigenden Abschluss kommen. „Execution“ ist entsprechend eine Folge, die vor allem plotgetrieben ist und uns nichts Neues mehr über die Figuren verrät. Aber das ist okay, und ich persönlich fand die Folge ausgesprochen spannend.

„Rise up! Fight for your freedom! Don’t let the bastards grind you down!“

Die unkaputtbare June

Natürlich ist es inzwischen etwas lächerlich, dass June eine praktisch undurchdringliche Plot-Armour trägt und überall heil herauskommt. Insofern machte ich mir auch keinerlei Sorgen, als sie festgenommen und in einen Käfig gesperrt wurde, ja noch nicht mal, als man sie zur Exekution auf den Platz führte. Das ist seit langem ein Problem für die Serie und raubt auch diesem Höhepunkt ein bisschen die Gravitas. Insofern passt es, dass June später nicht mal sichtbare Verletzungen am Hals hat, obwohl sie bestimmt ein, zwei Minuten lang da oben hing.

Interessanter an der Sequenz ist ohnehin das, was um sie herum geschieht. Der Schock der Menschen, als ihnen klar wird, dass, wenn sogar Mägde getötet werden, obwohl sie „sacred“ sind, in Gilead niemand sicher ist. Wharton, der offenbar ernstlich glaubt, er sei der offizielle Sprecher Gottes auf Erden. Und nicht zuletzt Lydia, die endlich verstanden hat und die Männer öffentlich verdorben und gottlos nennt. Das ist es, was diesen Moment heraushebt, warum er sich erstmals nach echter Veränderung anfühlt.

Der wahre Held

Am bewegendsten aber ist das Schicksal von Commander Lawrence. Ihr wisst selbst, wie oft ich damit gehadert habe, dass er mal unfassbar gutherzig ist und dann wieder ein absolutes Schwein. Seine Naivität gegenüber der Verkommenheit der anderen Commander hat mich zuweilen richtiggehend geärgert. Anders als die war er von unterwürfigen Frauen ohne eigene Meinung immer gelangweilt, vielleicht hat er June auch deshalb über die Jahre irgendwie ins Herz geschlossen.

„Make some more pictures for me. Lots of colors.“ Da wusste ich, dass wir ihn verlieren werden. Sein Charakter-Arc war abgeschlossen, er hatte sich endlich für eine Seite entschieden, es fehlte nur noch das ultimative Opfer. Und ich finde, sie haben das wirklich schön erzählt, schnörkellos, ruhig, ein letztes Nicken zu June, bevor er ins Flugzeug steigt. Nein, er war kein James Bond, aber mit diesem letzten mutigen Akt hat er Großes bewirkt. Wer ist jetzt noch übrig, um Gilead zusammenzuhalten?

„It’s never been about piety. It’s always been about power.“

Bye bye, Nick

An dieser Stelle ein kurzes, nicht allzu trauriges „awww“ für Nick. Zumindest bei mir hatte er sämtliche Sympathiepunkte schon lange verspielt, also war ich eher erleichtert, dass er ebenfalls in dem Flugzeug war. Trotzdem möchte ich nicht verpassen, auf das krasse „end her“ von Rose hinzuweisen. Die Frau ist nicht so harmlos wie sie scheint.

Blessed be the fruit

• Der Tayler Swift Song am Anfang? Wie die Faust aufs Auge.
• Junes Frage, wer sie verraten hat, wird nie beantwortet. Ich vermute, der Soldat von letzter Woche hat doch Meldung gemacht?

4 ½ von 5 explosiven Bananen im Koffer.

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