„All living things are connected by the same Thread. A Thread woven through all of existence.“
Die Zwillinge Osha und Mae stehen kurz vor einer wichtigen Zeremonie, um Teil des Covens zu werden. Spoiler!
I want to be a Jedi
Vor 16 Jahren auf Brendok. Osha und Mae wachsen als die einzigen Kinder eines Covens von Hexen auf, die sich dort vor der Verfolgung versteckt halten. Ihre Ascension-Zeremonie steht kurz bevor, dann werden sie vollwertige Mitglieder des Covens sein. Während Mae dem Ereignis freudig entgegenblickt, ist Osha unschlüssig. Sie sehnt sich nach Individualität und einem Leben unabhängig von ihrer Zwillingsschwester. Da kommt die Gruppe von Jedi gerade recht, die verlangen, die Kinder auf ihre Macht-Sensitivität zu testen.
Nicht so schlecht wie beschrien
„Destiny“ ist die am schlechtesten bewertete Folge auf IMDb, doch die meisten der Kritiken dort sind völlig übertrieben. Zugegeben, es wäre nicht nötig gewesen, den Flashback auf eine komplette Folge auszudehnen, zumal die Informationen, die wir erhalten, vergleichsweise spärlich sind. Und ja, es gab auch schon bessere Kinderdarsteller. Davon abgesehen aber erreicht die Story ihr Ziel und liefert uns hoffentlich eine gute Grundlage für den weiteren Verlauf der Handlung.
„I want my own life. I don’t want to share with Mae. I wanna see the galaxy. I don’t want to be a witch.“
Dem Zuschauer fehlt der Kontext
Nun muss ich gestehen, dass ich schon seit Jahren nicht mehr aktiv im „Star Wars“-Fandom unterwegs bin und deshalb nicht weiß, ob machtsensitive Hexen womöglich schon lange zum Kanon gehören. Da man sich nicht lange mit den Einzelheiten aufhält, gehe ich fast davon aus, das ist für Gelegenheitszuschauer wie mich natürlich etwas ungünstig. Mutter Aniseya sagt „some would consider our power dark“, doch warum das so ist, bleibt leider völlig im Dunkeln.
Es wäre nicht so schwer gewesen, etwas mehr in die Tiefe zu gehen, zumal einige Eckpunkte ja durchaus schon angesprochen werden. Die Tatsache zum Beispiel, dass in dem Coven nur Frauen sind – mit der Macht selbst hat das ja nichts zu tun, also muss es einen rituellen Hintergrund geben. Wie unterscheidet sich ihre Machtnutzung von den Jedi bzw. den Sith? Und, darauf kriegen wir wahrscheinlich noch irgendwann eine Antwort, wie wurden Osha und Mae ohne Vater „kreiert“?
Maes Hass auf die Jedi bleibt rätselhaft
Mein größtes Problem mit „Destiny“ ist die widersprüchliche Charakterisierung von Mae, obwohl ich tatsächlich noch die Hoffnung habe, dass das Absicht ist. Anders als ihre Schwester will sie unbedingt eine Hexe werden und würde Osha lieber töten als sie an die Jedi zu verlieren. Die Motivation dahinter ist bestenfalls schwammig, denn hätte Osha den Coven verlassen, hätte ihre Schwester sie sowieso nie wiedergesehen, was mehr oder weniger dasselbe ist.
Viel interessanter aber ist, dass es wirklich Mae ist, die das Feuer legt. Ich zweifelte zwischenzeitlich daran und dachte, dass doch die Jedi irgendwas damit zu tun hatten, weil sie so einen Hass auf die hat. Nun vermute ich eher, dass Maes unbekannter Meister ihre Erinnerungen irgendwie manipuliert hat, so dass sie sich selbst als Opfer sieht. Aber ja, es war tatsächlich nur eine Annahme, dass Mae tot ist, weil sie in die Tiefe stürzt. Niemand hat damals ihre Leiche gesehen.
Osha: „We’re not the same.“
Mae: „Of course we are.“
Destined Notes
• Man beschränkt sich übrigens auf „I was just taking a blood sample“ und tut gut daran, die Midi-Chlorianer nicht noch mal zu erwähnen. Ein dunkles Kapitel.
• Nach dieser Folge bin ich überzeugt, dass Carrie-Anne Moss entweder Geld brauchte oder ganz, ganz dringend mal bei „Star Wars“ mitspielen wollte. Anders kann ich mir ihre Verpflichtung für faktisch eine Statistenrolle echt nicht erklären.
• Gibt es eigentlich einen Grund dafür, dass Osha und Mae als Achtjährige von verschiedenen Schauspielerinnen gespielt werden und als Erwachsene nur von einer?
• Oh, und noch mal wegen der Frisur: Die hatten sie schon als Kinder, was auch wahnsinnig realistisch ist. Ich hab selbstverständlich auch noch den Topfschnitt von damals, öhm.
2 von 5 individuellen Bananen.
Dass Kinderfrisuren denen der jeweiligen Erwachsenen exakt gleichen, hab ich schon bei Rey lächerlich gefunden. Die Kinderdarstellerin hatte sogar dieselben Klamotten an. Es gibt echt subtilere Arten, dem Zuschauer klarzumachen, wer wer ist.
Btw, irgendwie finde ich es schade, wenn Zwillinge durch nur eine Person gespielt werden. Gibt es so wenige Zwillingspärchen, die gut genug spielen? Ich finde gerade die feinen Unterschiede in Gesicht, Stimme und Körperbau von *zwei* Personen reizvoll. Hat dich das gestört?
Stimmt, ich hatte völlig verdrängt, dass wir Rey ja auch mal kurz als Kind sehen!
Was allerdings die Zwillinge angeht … ehrlich, mich hat an dieser Serie so vieles gestört, da ist mir das schon gar nicht mehr aufgefallen. 🤣 Ich vermute, sie haben nur eine Schauspielerin genommen, weil sie dachten, so lässt sich das Verwirrspiel besser verkaufen. Denn, Spoiler, natürlich gibt es später noch einen Rollentausch (ich weiß, sehr originell). Und irgendwie ergibt es am Ende sogar Sinn, aber dann passt es halt nicht mehr, dass sie als Kinder etwas unterschiedlich aussehen.
Oje, Rollentausch, ich ahne Schlimmes… Das doppelte Lottchen in Space, oder so.
Arme Jes, durchhalten!