Im Schnelldurchlauf | Serien im Januar

„Ich hasse Tee. Schmeckt nach nasser Papiertüte.“
(„Ted Lasso“)

Ach, wenn einen sogar eine Serie enttäuscht, die sich davor mit jeder Staffel steigern konnte, muss wohl Januar sein. Es war ein durchwachsener Serien-Monat, also fassen wir uns kurz. Spoiler!

Ted Lasso (Staffel 2)

Nach dem Abstieg kämpft Ted Lasso darum, den AFC Richmond wieder nach vorne zu bringen, doch mehr als unentschieden scheint einfach nicht drin zu sein. Nachdem ein Spieler beim Torschuss versehentlich das Maskottchen des Clubs tötet und fortan nicht mal mehr einfachste Bälle spielen kann, engagiert Higgins die Therapeutin Dr. Sharon Fieldstone. Die Spieler machen regen Gebrauch von dem Angebot, doch Ted braucht eine Weile, bis er sich wegen seiner Panikattacken an sie wendet. Rebecca versucht derweil, per Dating-App wieder Liebe zu finden.

Es ist faszinierend zu sehen, wie sich „Ted Lasso“ quasi mitten im Lauf weiterentwickelt: Im letzten Drittel der Staffel werden aus den eher für Sitcoms typischen 30 Minuten plötzlich 45. Und das ist eben kein Füllmaterial, die Serie hat tatsächlich so viel zu sagen! Was nur wieder beweist, dass es kein unnötiges Drama braucht, um interessante Geschichten zu erzählen, viele Storys entwickeln sich vielmehr daraus, dass Leute zur Abwechslung einfach miteinander reden. Diese zweite Staffel jedenfalls geht wirklich in die Tiefe und zeigt uns die Figuren von ihrer verwundbaren Seite.

5 von 5 Bananen, die an Happy-Endismus glauben.

Pachinko (Staffel 2)

Der Zweite Weltkrieg erreicht Japan. Um sie dazu zu bringen, mit ihren Söhnen zu fliehen, sorgt Hansu dafür, dass Sunjas Ehemann Isak aus dem Gefängnis entlassen wird. Doch nach sieben Jahren ist seine Gesundheit so angegriffen, dass er kurz darauf stirbt. Bei der Bestattung kommt es zum Angriff der Amerikaner, und sie können gerade noch aufs Land flüchten. Solomon kämpft darum, in der Finanzwelt wieder Fuß zu fassen, doch Katsu Abe sorgt dafür, dass niemand mehr mit ihm zusammenarbeiten will.

Okay, aber ist die Serie nun zu Ende oder nicht? Gefühlt klaffen in der Geschichte noch etliche Lücken, aber ein Jahr nach Ausstrahlung der zweiten Staffel und ohne ein Wort von Apple scheint wohl wenig Hoffnung zu bestehen. Persönlich fand ich die zweite Staffel auch schwächer, das lag aber mehr daran, dass um das Schicksal von Noa so ein Geheimnis gemacht wurde – das nun auch noch ungeklärt bleibt. Außerdem mochte ich den Part mit Solomon nicht, der Typ ist so ein Unsympath.

4 von 5 Bananen, die studieren sollen.

Lamb: „Nennen Sie mir nur einen Menschen, der etwas gegen Pinguine hat.“
River: „… Batman?“
(„Slow Horses“)

Slow Horses (Staffel 5)

Bei einem politisch motivierten Anschlag sterben im Londoner Stadtteil Abbotsfield elf Menschen, der Schütze wird im Anschluss selbst erschossen. Als jemand versucht, Roddy zu töten, tut er das zunächst ab, doch die gefundenen Patronenhülsen stimmen mit der von der Abbotsfield-Exekution überein. Taverner verhängt einen Lockdown über das Slough House und nimmt Roddy zum Verhör in Gewahrsam. Doch weitere, scheinbar willkürliche Anschläge deuten auf eine alte MI5 Destabilisierungstaktik hin.

Kein gutes Zeichen, wenn der Trailer für die nächste Staffel aufregender ist als die aktuelle Staffel, oder? Leider hat mich „Slow Horses“ diesmal nicht abgeholt, dafür lag der Fokus viel zu stark auf Plot und Humor, während wir so gut wie nichts über das Innenleben unserer liebsten Verlierer erfahren haben. Selbst Roddy, der ja irgendwie so im Fokus steht, bleibt blass. Was hängen bleibt, ist, dass jeder käuflich ist: der Obdachlose mit Geld und Drogen, der Klimafanatiker mit dem Versprechen, ein paar Autos in die Luft jagen zu können.

3 von 5 Bananen in der Panikbox.

The Morning Show (Staffel 2)

Seit der großen Enthüllungssendung, bei der Alex vor laufenden Kameras gekündigt hat, sind acht Monate vergangen. Bradley versucht mit wechselnden Co-Moderatoren, die Show am Laufen zu halten, doch die Quoten sind schlecht, und sie selbst würde sowieso lieber die ernsteren Abendnachrichten machen. Cory überredet daher Alex, wieder zurückzukommen, und macht ihr allerlei Zugeständnisse, was damit Bradley gehörig vor den Kopf stößt. Währenddessen breitet sich Covid immer mehr aus und entwickelt sich zur Pandemie.

Um ehrlich zu sein, den Covid-Quatsch hätte ich nicht gebraucht, ich bin das Thema so leid. Es ist zwar ganz spannend, wie sich das zunächst nur im Hintergrund abspielt und dann wie eine Lawine über sie hinwegrollt, aber einen wirklich neuen Ansatz hat auch „The Morning Show“ nicht. Abgesehen davon wird in dieser Staffel wieder so fürchterlich viel rumgeschrien, dass es mir viele eigentlich gute Storylines vermiest hat. Irgendwie bin ich unschlüssig, ob ich das weiterverfolgen will.

3 von 5 gecancelten Bananen.