„Mae has always been your wound. Maybe Sol brought you here to face her, but maybe he brought you here to face yourself.“
Die Jedi fliegen zusammen mit Osha nach Khofar zu Meister Kelnacca, doch Mae ist ihnen erneut zwei Schritte voraus. Spoiler!
She is still your family
Osha möchte von Coruscant abreisen, da sie Mae nun als Problem der Jedi betrachtet. Doch Meister Sol überredet sie, ihn und sein Team nach Khofar zu begleiten, um Meister Kelnacca zu warnen. Er glaubt, dass Osha eine Konfrontation mit Mae helfen könnte, endlich mit der Vergangenheit abzuschließen. Auch Mae ist inzwischen auf Khofar angekommen und scheint weiterhin an ihrer Abmachung mit dem unbekannten Meister festzuhalten. Doch da sie nun weiß, dass Osha noch lebt, beginnt sie insgeheim zu zweifeln.
Überflüssig und dazu noch gefühlsduselig
Ohne zu wissen, was alles in der nächsten Folge noch passiert, möchte ich anmerken, dass man die Handlung von „Day“ genauso gut auch auf zehn Minuten hätte komprimieren können. Das hier ist eine astreine Füllepisode, und das ist bei einer Gesamtmenge von nur acht Folgen dann doch irgendwie erschütternd. Der gesamte Plot besteht darin, dass sie durch einen Wald laufen und Osha abwechselnd mit verschiedenen Leuten über ihre Gefühle spricht.
„Star Wars“ nur dem Namen nach
Ist das das neue „Star Wars“? Ehrlich, ich bin kein Freund dieser ständigen Diskussionen darüber, wohin sich das Fandom entwickelt. Es ist ohnehin keine gerade Linie, auf jede gute Geschichte („Andor“) kommt mindestens eine schlechte („Obi-Wan Kenobi“), und andere empfinden es vielleicht genau umgekehrt. Aber es muss erlaubt sein, einmal ganz grundsätzlich zu fragen, wohin man eigentlich will. „Star Wars“ war einmal diese epische Welt, stets ein wenig märchenhaft entrückt und überlebensgroß, aber das scheint vorbei.
„The Acolyte“ empfinde ich bisher als reine Nabelschau. Das Etikett „Star Wars“ trägt die Serie als Feigenblatt für eine reichlich konventionelle Story über Trauma und Schuld. Und ich sage bewusst konventionell, denn wenn das wenigstens gut erzählt wäre, hätte ich damit wahrscheinlich sehr viel weniger Probleme. Das Sci-Fi-Setting ist völlig verschwendet und wird noch nicht einmal für Schauwerte genutzt. Meine Güte, das hier ist die Blütezeit der Alten Republik, man könnte uns so viel zeigen!
„You were wrong. Osha being alive changes everything. My loyalty is to Osha. Not your Master.“
Psychologie für Anfänger
Stattdessen also stapfen unsere Helden eine halbe Stunde lang durch irgendeinen Wald. Selbst der Angriff dieser fliegenden Riesen-Kellerassel vermag keine Spannung zu erzeugen, weil Sol sie einfach mit seinem Lichtschwert zerteilt. (Ich rechnete fest damit, dass die anderen an den Bäumen daraufhin auch aufwachen, doch nope, die schlafen friedlich weiter.) Und zwischendurch gibt es so küchenpsychologische Perlen wie „we’re not defined by what we lose, we’re defined by what we survive“.
Nicht, dass der Plot um Mae interessanter wäre. Auch sie und Qimir laufen durch den Wald, reden dabei aber wenigstens nicht über ihre Gefühle, sondern nur über die „final lesson“ des Meisters. Und dann entscheidet Mae aus dem Nichts, dass sie ihm nun, da ihre Schwester lebt, doch nicht mehr verpflichtet ist. Da findet keine Entwicklung statt, kein für den Zuschauer irgendwie greifbares Abwägen, plötzlich ist das halt so.
Daily Note
• Ich habe überlegt, ob mich die Identität des Meisters interessiert, aber noch nicht einmal das hat die Serie an diesem Punkt geschafft. Fast wünsche ich mir, sie wird gar nicht enthüllt und er bleibt einfach ein Mysterium.
1 ½ von 5 Bananen, die über ihre Gefühle reden wollen.
Ich frage mich an der Stelle immer, was die Produzenten bewogen hat, wahnsinnig viel Geld auszugeben, um genau diese Geschichte zu erzählen. Okay die um Obi-Wan war nicht viel besser, aber ihr zu Grunde lag wenigstens, Leias Kindheit und seine Geschichte vor dem ersten Film näher zu beleuchten. Aber das hier scheint eine eher belanglose Story unbekannter Figuren zu sein, also … warum? Dachten sie, sie schnitzen der PoC-Gesellschaft ihre eigene Rey und werden automatisch gefeiert?
Oder dass sofort und ohne zu Hinterfragen alles ein Hit wird, wo Star Wars draufsteht? („Die nächste Aufsehen erregende Serie aus dem Lucasversum: Ein Jedi liest das Telefonbuch von Tattooine vor! Wohoo!“)
Ehrlich, ich verstehs nicht.
Glaub mir, ich verstehe das auch nicht, aber das Phänomen durchzieht offenbar alle größeren Fandoms. Ich hab selbst noch nicht in „Starfleet Academy“ reingeschaut, aber die Kritiken dazu sind ja wirklich erbarmungslos. Und die Produzenten hauen halt reflexartig zurück à la ihr seid gar keine Fans, ihr versteht es nur nicht etc. Die sollten eigentlich wissen, dass es genau diese Fans sind, die deren Gehälter bezahlen.