The Acolyte | Teach/Corrupt (1×06)

„When you lose everything that’s when you’re finally free.“

Während Sol der Zwillingstausch zunächst völlig entgeht, versucht Qimir, Osha für seine Sache zu gewinnen. Spoiler!

I’m not my sister, I’m not that easily corrupted

Sol und Mae, die er für Osha hält, kehren in die Umlaufbahn von Khofar zurück, wo der Jedi-Meister versucht, durch die Interferenzen Vernestra zu erreichen. Kurz darauf fällt die Energie des Schiffs ganz aus. Bazil, der einzige andere Überlebende, kann die Zwillinge anhand ihres Geruchs unterscheiden und versucht, Mae außer Gefecht zu setzen. Derweil erwacht Osha auf einem unbekannten Planeten bei Qimir. Doch statt ihn zu töten, wozu sie durchaus die Gelegenheit hat, lässt sie sich auf das ein, was er zu sagen hat.

Nicht großartig, aber okay

Das ist die erste Folge von „The Acolyte“, die ich tatsächlich als gut bezeichnen würde. Sie ist ausgewogen erzählt und bringt uns zumindest ein bisschen voran. Dabei fand ich den Part mit Sol und Mae noch am uninteressantesten, da ich irgendwie erwartet hätte, dass er sofort merkt, wer sie ist – Qimir schien das ja auch nicht schwerzufallen. Warum man allerdings jetzt auch noch Vernestra weiter in den Vordergrund rücken muss, erschließt sich mir nicht.

Warten auf Godot Antworten

Letzten Endes hemmt die Serie am meisten, dass sie da offenbar auf einem großen Geheimnis hocken (oder das zumindest denken) und entschlossen sind, vor dem Finale bloß nichts zu verraten. Im Ergebnis werden uns in jeder Folge ein paar kryptische Andeutungen vorgesetzt, die jedoch zu nichts als weiteren vermeintlichen Hinweisen führen. Das ist ermüdend, ganz ehrlich, seit sechs Folgen warte ich darauf, dass endlich mal irgendjemand Klartext redet.

Nehmen wir Sol. Praktisch von Anfang an wurde uns vermittelt, dass er eine besondere Beziehung zu Osha hat. Dann kamen die Anzeichen, dass er sich ihr vielleicht nur deshalb so verpflichtet fühlt, weil er eine größere Rolle bei der Vernichtung ihres Covens gespielt hat, als wir bisher wissen. Und das wird seit nunmehr drei Folgen angeteasert (diesmal mit „it’s time to make things right“), ohne dass es zu irgendwas führt.

Qimir: „The Jedi teach there’s only one way to access the Force and if you don’t do it their way, it fades. But there is another way. Below the surface of consciousness are powerful emotions. Anger. Fear. Loss. Desire.“
Osha: „That’s the path to the dark side.“
Qimitr „Semantics.“

Ja, nein, vielleicht

Auf der gegnerischen Seite ist es aber auch nicht besser. Von den abweichenden „Erinnerungen“ bei Osha und Mae spreche ich da nicht mal, das hat man diese Woche schon wieder vergessen. Nein, heute geht es mal wieder um die Frage, warum Osha den Orden eigentlich verlassen hat, wo sie doch so erpicht darauf war, eine Jedi zu werden. Und nicht mal hier scheint man sich allzu sehr festlegen zu wollen, damit wir auch ja nächste Woche wieder einschalten.

Bin ich zu kritisch? Erst behauptet Osha, sie habe den Orden verlassen, „because I chose to“. (Darum!) Qimir stellt daraufhin in Frage, dass das wirklich ihre Entscheidung war. Und dann erklärt sie, sie sei keine Jedi, „because I failed“. Ja, was denn nun? Ist sie rausgeflogen oder gegangen? Das ist ein himmelweiter Unterschied, und ich habe nicht das Gefühl, dass es der Geschichte hilft, Oshas Motivation derart vage zu halten.

Corrupted Notes

• Ich überlege noch, ob ich es originell oder faul finde, dass sich Qimir auf einem „unknown planet“ versteckt. Bei „Star Trek“ kriegen unbewohnte Planeten ja wenigstens noch eine Nummer.
• Seht ihr, das ist das Problem, wenn man die Motivation der Figuren nicht kennt: Wieso genau flieht Sol vor den Jedi, nachdem er erfahren hat, dass er Mae hat? Fünf Minuten vorher wollte er noch beim Hohen Rat vorstellig werden und „die Wahrheit“ sagen.

3 ½ von 5 Bananen, die sich nicht sicher sind. Warum? Darum!

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