„Gestern habe ich auch endlich den Gummi in der Schlafanzughose ausgetauscht, die hier ohne Witz seit November (!) auf der Nähmaschine lag. War ein Aufwand von einer halben Stunde, du kannst dir nicht vorstellen, wie blöd ich mir hinterher vorkam.“
(aus meinem Tagebuch)
Ungelesene Bücher
Vor Jahren habe ich mal darüber gesprochen, dass in meinem Regal eine Handvoll Romane stehen, die ich aus den unterschiedlichsten Gründen nie gelesen habe. Das sind mit der Zeit schon weniger geworden, entweder, weil ich mich schließlich doch dazu durchgerungen habe, sie zu lesen, oder weil ich sie dann weggegeben habe. Man sollte sich nie von Büchern verrückt machen lassen, die vielleicht einfach nur nichts für einen sind.
Ein Buch allerdings hat jede dieser Runden bislang schadlos überstanden, obwohl mein erster Versuch, es zu lesen, mehr als nur frustrierend war. Die Rede ist von Philip K. Dicks „Valis“-Trilogie, die ehrlicherweise nur Einzug in mein Regal gehalten hat, weil damals ein paar Fans Parallelen zur Serie „Lost“ gezogen haben. Wie viel an diesen Gerüchten dran ist, konnte ich nie verifizieren, ich kam kaum über die ersten paar Seiten hinaus. Was für ein pseudo-religiöser Quark, dachte ich nur.
Warum also steht dieser Schinken seit gut zehn Jahren bei mir rum und wurde sogar bei zwei Umzügen mitgeschleppt? Dafür gibt es keine rationale Erklärung, Dick ist eine Sci-Fi-Legende, das Buch war teuer, vielleicht ist es doch genial? Also ist es jetzt noch mal auf meinem Nachttisch gelandet, und obwohl ich nicht behaupten will, diesmal mehr zu verstehen, empfinde ich die Lektüre immerhin als nicht mehr ganz so quälend. Na wenn das kein Gütesiegel ist …
Der Februar in Bildern












Die Ästhetik des Ungleichen
Über die „richtige“ Sortierung im Bücherregal wird unter Bibliophilen gern und viel gestritten, ästhetische Lösungen sind verpönt, alphabetische erst recht. Es mag euch angesichts meines Ordnungsfimmels überraschen, doch in meinem Bücherregal herrscht tatsächlich Anarchie. Ja, Reihen gehören zusammen, thematisch ähnliches nach Möglichkeit auch, aber ansonsten habe ich kein Problem damit, Bücher auch mal nur nach ihrer Größe zu sortieren.
Doch genau hier beginnen die Probleme. Ich bin wahrlich kein Monk, aber können wir bitte mal darüber reden, dass Verlage anscheinend nicht dazu in der Lage sind, innerhalb von Buchreihen ein Design durchzuhalten? Ist das Bosheit? Hier ein paar der absurdesten Beispiele in meinem Bücherregal:



Mixtape Februar
Nein, ich bin eigentlich kein Fan von Harry Styles. Aber ich muss gestehen, die erste Single aus seinem kommenden Album hat mich doch umgehauen. Was ich diesen Monat sonst noch so auf den Ohren hatte, könnt ihr wie üblich in meinem Mixtape nachhören.
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Ja Jes, da gebe ich dir recht, manchen Bücher tut es gut wenn sie ein paar Jahre in den Regalen reifen. Für manche mag die Zeit wohl auch niemals kommen, aber hey, auch gut
denke ich mal.
Die Sortierung ergibt sich immer irgendwie. Meist von groß nach klein aber nicht nach Themen oder so geordnet. Le Guin steht da zum Beispiel neben Rilke, Moby Dick neben Jonathan Strange und Mr. Norrell und Bram Stokers Dracula neben den Werken von E.T.A Hoffmann. (Kein Buch hat sich noch beklagt).
Meine bisherigen Bücherreihen sind eigentlich alle in Form und Aufmachung konsistent. Worüber ich mich sehr freue. ‚Dune‘ und der dunkle Turm vor allem. Einzig wo ich tatsächlich Kritik anbringen muss ist bei der Reihe von C.G. Jung. Alle Bücher haben zwar das selbe Format und Umschlaggestaltung aber bei vier oder fünf Bänden, der Büchrücken (Taschenbuch) ist schon mal wie aus Stein, ich mag das biegsam, aber das Papier, also etwas derart glattes-spiegelndes-glänzendes. Wow! Die Seiten waren da wie ein Hindernisparcours, ich hatte da echt Schwierigkeiten damit. Ich weis nicht aber irgenwie habe ich Lust da etwas schlimmeres als Bosheit zu unterstellen. (Ja ich weis. Mit einem E-Reader wäre ‚das‘ nicht passiert. Hm? Ja. Freuden des Lesens. Oder so).
Für mich ist eine Themen-Sortierung insoweit sinnvoll, weil ich ein Regalfach voll Nähbücher, eins voll Gartenbücher usw. habe. Da will ich nicht suchen müssen. Und die großen Bildbände stehen aus praktischen Gründen auch zusammen. Alles andere ist wild durcheinander. 🤓
Bei Bücherreihen ist es wohl generell besser, man kauft sie erst, wenn alle Bände draußen sind, als komplette Sammlung. Dann kann man Glück haben. Kauft man direkt nach Erscheinen, mit mehreren Jahren dazwischen, geht das meist schief. „Dune“ habe ich dadurch auch wie aus einem Guss, und beim „Dunklen Turm“ sind nur Buch 1 und Buch 2 zusammen in einem Sammelband, weil ich das damals im öffentlichen Bücherregal mitgenommen habe. Da mag ich es, dass das anders aussieht, denn das erzählt eine Geschichte.