„Der Eiffelturm ist nur ein Laternenmast mit Pressesprecher.“
(„Ted Lasso“)
Manche Serien werden zu früh abgesetzt, andere verpassen den richtigen Moment, und wieder andere gehen das Risiko ein, ein eigentlich perfektes Ende nicht zu nutzen. während „Ted Lasso“ also mutig weitermacht, nimmt das Fortbestehen der „Morning Show“ so langsam masochistische Züge an. Mehr dazu im Schnelldurchlauf. Spoiler!
Ted Lasso (Staffel 3)
Der AFC Richmond ist wieder in der Premier League zurück, doch die Presse attestiert ihnen schon im Vorfeld kaum Chancen. Das schlägt natürlich auch den Spielern aufs Gemüt, da kommt die Verpflichtung des exzentrischen Starfußballers Zava gerade recht. Noch aber steht die Begegnung mit dem neuen Verein von Rebeccas Ex bevor, zu dem auch Trainer Nathan Shelley übergelaufen ist. Roy trennt sich von Keeley, weil sie beide zu viel zu tun haben, worauf sich Keeley in eine Beziehung mit der Geldgeberin ihrer Firma stürzt.
Ich weiß nicht, wie ich es finde, dass die Serie noch eine Staffel kriegt, denn eigentlich wirkt die Geschichte, so wie sie ist, sehr rund. Das Ende ist auch klar als Ende inszeniert und in der Hinsicht sehr befriedigend. Dennoch hat mich die dritte Staffel „Ted Lasso“ hier und da so ein wenig im Stich gelassen, weil einfach zu viele Nebenplots mit neuen Figuren aufgemacht wurden. Erst im letzten Drittel werden die Storys wieder etwas fester geschnürt, was dann auch mehr Spaß macht. Aber wie gesagt, die Fortsetzung, ich weiß nicht …
4 von 5 Bananen, die dir das Hirn umkrempeln.
Foundation (Staffel 3)
150 Jahre nach der zweiten Krise hat die Foundation dem Imperium zahlreiche Welten abgetrotzt. Doch die zunehmend verfestigten Strukturen rufen Rebellen auf den Plan, die das Imperium nur zu gern unterstützt. Mit dem Auftauchen des „Mule“, der sich zum Warlord über den Planeten Kalgan aufschwingt, scheint sich auch die dritte Krise zu nähern. Und Demerzel ist der Meinung, dass es sogar wesentlich schneller zum Untergang der Zivilisation kommen könnte, als Hari Seldon vorhergesehen hat: in vier Monaten.
Ich gebe zu, ich fand die dritte Staffel von „Foundation“ durchwachsen. Wie das Imperium erst langsam und dann immer schneller zerfällt, ist großes Kino. Und dass die erste Foundation mit wachsender Größe immer mehr dem Imperium gleicht (Macht korrumpiert eben jeden), ist auch wahnsinnig spannend. Mit dem Mule“ konnte ich aber nur wenig anfangen, da ich nicht verstanden habe, was seine Motivation ist, die Galaxis ins Chaos zu stürzen. Die Cliffhanger (Mehrzahl!) am Ende machen dafür sehr neugierig, wie es weitergeht.
3 ½ von 5 Bananen in der Bibliothek.
Demerzel: „I was made to look like a human. Your shape was the ideal.“
Day: „The ideal? Do robots dream of wiping their own asses then?“
(„Foundation“)
The Morning Show (Staffel 3)
Bradley hat es endlich geschafft und moderiert die Abendnachrichten, während Alex neben der Morning Show eine eigene Sendung beim Streamingdienst des Senders hat. Doch UBA läuft finanziell auf dem Zahnfleisch, weshalb Cory versucht, den Sender am Aufsichtsrat vorbei an den Milliardär Paul Marks zu verkaufen. Als es dann einen Hackerangriff gibt, bei dem private Daten der Belegschaft gestohlen und veröffentlicht werden, hat UBA schon den nächsten Skandal an der Backe: Rassistische Bemerkungen und ungleiche Bezahlung.
Wisst ihr, ich hoffe von Herzen, dass die Arbeitsatmosphäre bei Fernsehsendern in der Realität nicht annähernd so toxisch ist, wie uns „The Morning Show“ verkaufen will. Es ist das reinste Hauen und Stechen. Dabei wäre das gar nicht nötig, denn immer dann, wenn es um Nachrichten geht, um wichtige Ereignisse, wird die Serie erst richtig spannend. In der Hinsicht ist „The Newsreader“ der Spagat immer besser gelungen, hier liegt der Fokus einfach viel zu stark auf den Figuren und ihren persönlichen (oder öffentlichen) Dramen.
3 ½ von 5 Bananen, die das Kapitol stürmen.
Chief of War (Staffel 1)
Die Hawaiianischen Inseln Ende des 18. Jahrhunderts. Die vier Königreiche Maui, O’ahu, Kaua’i und Hawai’i befinden sich im dauerhaften Kriegszustand und kämpfen um die Vorherrschaft. Nachdem König Kahekili den Kriegshäuptling Ka’iana mit einer Lüge dazu gebracht hat, O’ahu zu erobern, will Ka’iana mit seiner Familie fliehen. Doch sie werden getrennt: Während die Familie nach Hawai’i segelt, wird Ka’iana von Weißen aufgegriffen, die ihn bis nach Alaska mitnehmen.
Wollt ihr jede Menge blanker Ärsche sehen, ist „Chief of War“ die Serie für euch. Nackte Männer im Lendenschutz, die sich in exotischer Kulisse kloppen – ich bin mir sicher, die Schauspieler hatten ihren Spaß. Nach temporeichem Start verzettelt sich die Geschichte in viel Kleinklein und endlose Debatten, bevor es in der letzten Folge ein halbstündiges, extrem brutales Gemetzel gibt (FSK 16, nun ja). Und das alles ist auch noch wahnsinnig anstrengend zu verfolgen, weil: Untertitel. 😒
1 ½ von 5 Bananen unter dem Lendenschurz.