Als ich vor Jahren mal kurz glaubte, YouTube-Star werden zu können, gehörten die „Monthly Favourites“ zu den mit Abstand meistgeklickten Videos. Heute findet man diese Art von Video auf der Plattform fast gar nicht mehr. Und wisst ihr, eigentlich finde ich das schade, denn man konnte auf diese Weise viele interessante Dinge entdecken, von Büchern über Filme bis hin zu Modetrends.
Die „Monatsfavoriten“ sollen genau das sein – und gleichzeitig nicht. Ja, in gewisser Weise möchte die Rubrik ein Sammelbecken für all die interessanten Dinge sein, die nirgends sonst einen Platz finden. Dabei geht es aber weniger um den generischen Serientipp oder das tollste neue Badesalz, auch wenn so was garantiert ab und zu hier rein rutschen wird. Vielmehr möchte ich Geschichten teilen.
Wie gut das klappt, muss sich zeigen. Auch, ob ich hier wirklich jeden Monat was zu sagen habe, kann ich noch nicht einschätzen. Gehen wir es doch einfach wie so ziemlich jede neue Rubrik in diesem Blog an: als Experiment.
Aus dem Kochbuch
Zwei neue Sachen habe ich diesen Monat ausprobiert: Fenchel und Gulasch. Fenchel gehört zu den Gemüsearten, die ich lange überhaupt nicht auf dem Radar hatte, ich denke da eher an Tee. Nachdem er mir aber schon in so vielen Rezepten begegnet ist, wurde es Zeit, eines davon auszuprobieren. Mit mäßigem Erfolg. Vielleicht waren Cremenudeln dann doch zu schlicht, geschmacklich hat es mich echt nicht umgehauen. Irgendwann kriegt der Fenchel aber noch eine zweite Chance, dann irgendwas mit Fisch, weil das angeblich gut dazu passt.
Gulasch habe ich ebenfalls noch nie selbst gekocht und diesen Monat gleich zwei Rezepte ausprobiert. Das erste war ganz klassisch nach Szegediner Art mit Sauerkraut, das zweite eher modern mit Karotten und Erbsen. Geschmeckt haben sie beide, aber der Aufwand ist mir ehrlich gesagt zu groß. Gulasch muss knapp anderthalb Stunden köcheln, und in der Zeit kann man nicht viel anderes machen, weil man es ja auch ein bisschen beaufsichtigen muss. Also steht man dann etwas dumm in der Küche rum.



Saisonstart auf dem Balkon
Der März brachte unerwartet frühlingshafte Temperaturen (und hat meinen Kleiderschrank ganz schön durcheinander gewirbelt), was mich sofort nervös machte, weil ich das Gefühl hatte, mit meiner Balkonplanung komplett hinterherzuhinken. Tatsächlich ist noch reichlich Zeit, aber so habe ich viele Entscheidungen schon jetzt getroffen. Zum Beispiel habe ich schon das gesamte Saatgut bestellt, denn dieses Jahr setze ich vor allem auf Blumen und ziehe ansonsten nur etwas Salat und Kräuter. Leider verspätet sich nun die Lieferung, das ist wohl Karma.
Auf jeden Fall hat der Sonnenschein die Lust auf die neue Saison geweckt und ich konnte nicht widerstehen, ein paar Primeln und Gänseblümchen ans Geländer zu hängen. Außerdem teste ich eine extra frühe Aussaat bei Radieschen, ziehe bereits Kohlrabi zum späteren Vereinzeln vor und habe auch ein paar neue Erdbeerpflanzen in die Lücken vom Vorjahr gesetzt. Ich hoffe sehr, dass es keinen allzu großen Frosteinbruch mehr gibt und dann auch bald mein Saatgut kommt, damit ich zur Abwechslung einmal früh mit dem Säen starten kann.








Try walking in my Shoes
Ein reines Konsumthema habe ich doch noch. Obwohl ich Mode über alles liebe, bin ich mit Schuhen und Taschen ja nie warmgeworden. Vorletztes Jahr habe ich einmal Geld für eine Umhängetasche aus Leder ausgegeben und hoffe, dass ich mich nun nie wieder damit beschäftigen muss. Und weil ich auch den Schuhkauf so sehr verabscheue, arbeite ich nun schon seit ein paar Jahren daran, nach und nach mein Schuhwerk durch Echtleder zu ersetzen, damit ich möglichst lange was davon habe.
Nun kamen also die ersten wärmeren Tage und beim Blick in meinen Schuhschrank war ich etwas ernüchtert. Nichts gegen den klassischen leichten Turnschuh, damit macht man nichts verkehrt, aber neben dicken Sneakern sind die leider akut vom Aussterben bedroht. Jedenfalls beschloss ich, Mokassins sollen’s sein, die passen nämlich zu Hosen und Kleidern gleichermaßen. Und da hatte ich diesmal einfach Glück: Online gesehen, zwei Tage später in der Filiale anprobiert und direkt gekauft.
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Ja, das waren noch Zeiten. Jes in Wort und Bildern. Ich erinnere mich da immer an das Dune Video, wo ich dachte, Hm? was hat diese Frau zu diesem Thema wohl so zu sagen…
Radieschen, Jes? Und ich dachte du hättest diesen Pflanzen aus der Familie der Kreuzblütler entgültig abgeschworen. Ich hoffe das Unterfangen ist diesmal auch von ordentlichem Erfolg gekrönt.
(Ich möchte heuer eine ’späte‘ Herbstaussaat versuchen. Radieschen, Mangold, Spinat und Feldsalat wäre der Plan. Mal schauen.)
Schuhe. Ich brauche immer sooo lange bis ich diese Dinger eingelaufen habe. Mein Problem sind da die Fersen. Die vielen Blasen die ich da schon hatte. Glücklich wer das nicht kennt. Neue Schuhe sind für mich fast immer eine Herausforderung. Bis die wirklich Sitzen sind sie auch schon beinahe wieder durchgelaufen.
Tjaaaa, so lange noch Saatgut da ist, kann ich auch weiter experimentieren. 😅 Ich will einfach mal schauen, ob ich deshalb immer so Pech mit Radieschen hatte, weil es ihnen schon zu warm war.
Ich hoffe, du hast mehr Glück mit Lederschuhen als ich. Ich habe mit demselben Gedanken in sehr schöne Lederstiefel investiert, und das Leder hat gut gehalten und sieht nach wie vor schön aus. Leider hat sich die Sohle an der Ferse gelöst. Ich habe sie schon zum Schuhmacher gegeben, nach kurzer Zeit war die Sohle wieder locker. Ich will es nochmal versuchen und fragen, ob man sie festnageln kann, oder so, sonst waren die über 100 Euro für die Katz.
Aber per se ist es kein schlechter Gedanke, in robuste Materialien und Qualität zu investieren. Pech kann man so oder so haben.
Leider ist die Sohle wohl immer die Schwachstelle, zumindest bei industriell gefertigten Schuhen. Ich habe ein Paar Sneaker aus braunem Leder, die ich seit drei oder vier Jahren ständig trage, die halten ganz erstaunlich gut. Von derselben Marke habe ich etwas später noch Sneaker aus weißem Leder gekauft, da löst sich die Sohle mittlerweile auf, tja. Bei den Mokassins habe ich die Hoffnung, dass sie allein dadurch länger halten, dass ich sie nie so intensiv tragen werde wie die Sneaker.