„Ach so, nur kurz zum Thema Haare, ich habe gestern gut zehn Zentimeter abgeschnitten. Ich dachte, ich wäre so mutig, aber diese zehn Zentimeter fallen praktisch nicht auf, das ist total wild.“
(aus meinem Tagebuch)
Früher nannte man das Hobby
Habt ihr schon von dem neuen Trend namens „Analog Bag“ gehört? Kurz heruntergebrochen handelt es sich dabei um eine Tasche mit „analogen“ Hobbys, die einen davon abhalten soll, stundenlang am Smartphone zu scrollen. Also zum Beispiel ein Buch, ein Skizzenblock, ein Malbuch, eine Strickarbeit usw. Grundsätzlich ist das sogar eine schöne Idee, aber allein die Tatsache, dass es einen (bekloppten) Namen hat, zeigt eigentlich schon, dass es auch hier wieder ausschließlich um Konsum (und am Ende Selbstinszenierung) geht.
Wer jedenfalls bereits ein Bücherregal zu Hause stehen hat, wird jetzt sicher kein Buch in einen Stoffbeutel stecken und das bei TikTok präsentieren. Alle anderen kaufen sich erst mal Buntstifte und Rätselhefte und Notizbücher und Sticker und machen dann einen „Haul“. Dass sie sich irgendwann hinsetzen und diese Dinge auch tatsächlich benutzen, halte ich für äußerst unwahrscheinlich. Und der nächste Trend in ein paar Monaten heißt dann „Declutter my Analog Bag“.
Der April in Bildern












Zeit ist relativ (zumindest im Fernsehen)
Kennt ihr das, wenn ihr eine alte Serie oder einen alten Film schaut und völlig perplex seid, wenn ein bekannter Schauspieler darin so unfassbar jung ist? Gerade bei Schauspielern, die man durchaus auch jetzt noch in Rollen erlebt, haut mich das immer ein bisschen um. Ich meine, das Konzept von Zeit ist mir durchaus bekannt, aber da man Filme und Serien jederzeit angucken kann, sind sie irgendwie auch zeitlos.
Ganz akut ging mir das jetzt bei „Twin Peaks“ mit Kyle MacLachlan so. Der Mann geht auf die siebzig zu, ist aber immer noch sehr präsent, vor allem in Genre-Produktionen, daher hat es mich total überrumpelt, ihn da als Dreißigjährigen zu sehen. Irgendwie kriegt das mein Gehirn nicht gebacken, ist das komisch? Bitte sagt mir, dass es nicht nur mir so geht.
„Für das Wohlbefinden?“ fragte ich leise.
„Ja. Sollte ich einen Hasen wollen, um mich schlecht zu fühlen?“
„Was wirst du mit ihm anstellen?“
„Ich streichle ihn ganz oft und freue mich, dass ich ihn habe. Ich trage ihn herum und drücke ihn an mich. Aber er kommt in einen Stall, und ich interessiere mich von Tag zu Tag weniger für ihn.“
„Und dann?“
„Kommt Mama und übernimmt das Kümmern für mich.“
(Nils Westerboer „Lyneham“)
Mixtape April
Aufmerksame Menschen mögen feststellen, dass mein Mixtape diesen Monat stark von „Twin Peaks“ geprägt ist. Nichtsdestotrotz möchte ich besonders „All fall down“ hervorheben, denn damit versucht man gerade, uns heiß auf „The Vampire Lestat“ zu machen. (Es funktioniert.)
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