„Das Wort Löcher macht mir Lust auf Käse. Das heißt, weniger auf die Löcher als auf den Käse dazwischen.“
(„Twin Peaks“)
Ich bin berüchtigt dafür, wirklich schlechte Serien viel zu gutmütig zu bewerten, aber bin ich im Gegenzug bei guten Serien vielleicht manchmal zu streng? Nun, bei „Shrinking“ muss das jeder für sich selbst entscheiden, „Bad Sisters“ ist aber wirklich nur enttäuschend. Mehr sogleich im Schnelldurchlauf. Spoiler!
Twin Peaks (Staffel 2)
Nachdem Agent Dale Cooper angeschossen wurde, erscheint ihm ein Riese, der ihm rätselhafte Hinweise zu seinem Fall gibt. Kaum wieder auf den Beinen, nimmt er die Ermittlungen im Mordfall Laura Palmer deshalb sofort wieder auf. Da erreicht ihn die Nachricht vom Verschwinden seines früheren Mentors beim FBI, Windom Earle. Auch Audrey wird kurz darauf als vermisst gemeldet. Beim Versuch, Informationen für Cooper zu beschaffen, hat sie sich im Bordell ihres Vaters eingeschlichen und ist aufgeflogen.
Ich kann’s nicht erklären, aber die zweite Staffel fand ich weitaus unterhaltsamer als die erste. Vielleicht braucht es einfach eine Weile, bis man den Lynch-Surrealismus nicht mehr als fremdartig empfindet? Klar, es gibt immer noch viele Soap-Elemente, die objektiv betrachtet nicht zum Mystizismus der Serie passen, andererseits wirken die seltsamen Sachen dadurch fast wieder normal. Ehrlich, ich kann’s nicht erklären, „Twin Peaks“ ist ein eigenes Genre. PS: David Lynch in seiner Gastrolle als annähernd tauber FBI-Mann ist der Knaller.
4 von 5 Bananen sind nicht, was sie scheinen.
Shrinking (Staffel 3)
Die Vorstellung, dass Alice bald ans College geht, jagt Jimmy gehörige Angst ein. Auf Drängen seiner Freunde geht er endlich auf ein Date mit Sofi. Pauls Parkinson verschlimmert sich, plötzlich hat er Halluzinationen und muss zähneknirschend eine Auszeit nehmen. Liz und Derek haben Ärger mit ihrem Sohn Matthew, der sich nach seinem Jobverlust schon wieder bei ihnen einquartiert hat und sich einfach nicht abnabeln will. Brian und Charlie freuen sich auf ihr Baby, doch noch hat Ava die Adoptionspapiere nicht unterschrieben.
Wenn ich ehrlich bin, fand ich die Staffel als Ganzes ziemlich unbefriedigend. Vielleicht bin ich aber auch nur verwöhnt, denn die vorige war echt heftig und hat eine Menge Probleme der Protagonisten aufgearbeitet. Womit sie sich nun herumschlagen, sind zum Teil einfach Kinkerlitzchen. Schade auch, dass man die Story um Matthew nur aus Sicht der Eltern erzählt und nie fragt, was eigentlich in ihm vorgeht. Am interessantesten fand ich wie immer Paul, der sich damit auseinandersetzen muss, welches „Vermächtnis“ er hinterlässt.
4 von 5 selbstreinigenden Bananen (wie ein Roomba).
Liz: „Winnie-the-Pooh can suck my dick.“
Gaby: „Liz, no! Winnie don’t do that.“
Jimmy: „Well, you’d just have to dip it in honey first.“
(„Shrinking“)
Bad Sisters (Staffel 2)
Zwei Jahre sind seit dem Tod von John Paul vergangen. Im Leben der Garvey-Schwestern ist Normalität eingekehrt, Grace heiratet sogar wieder. Dann aber wird die Leiche von John Pauls Vater George gefunden – zerstückelt in einem Koffer im See versenkt. Das erinnert Inspektor Loftus daran, dass der Fall John Paul nie zufriedenstellend abgeschlossen wurde, worauf er erneut zu ermitteln beginnt. Und zu allem Überfluss hat sich Mittäter Roger auch noch seiner Schwester Angelica („das Miststück“) anvertraut.
Zu schade, wenn Showrunner nicht wissen, wann sie aufhören sollten. Die zweite Staffel von „Bad Sisters“ ist nur noch ein schwacher Abklatsch der ersten, inhaltlich komplett unnötig und dadurch zuweilen grausam gegenüber den Figuren, dazu mit wildem Plot und vor allem ohne einen charismatischen „Bösewicht“ wie John Paul. Ja, hier und da ist das noch unterhaltsam, aber das Schwarz in Komödie ist unterwegs halt verlorengegangen. Hoffentlich ist diesmal wirklich Schluss, ein rundes Ende hat die Geschichte.
2 ½ von 5 Bananen, die ein Kaninchen als Geisel nehmen.
Murderbot (Staffel 1)
Um ihre Forschungsmission auf einem fremden Planeten versichern zu können, muss das Team der Preservation Alliance eine Security Unit mieten. Ihre Wahl fällt auf eine alte, generalüberholte Einheit – das billigste Modell. Was sie nicht ahnen: Sec Unit 238776431 hat bereits vor einiger Zeit sein Sicherheitsmodul überwunden und ist eigentlich nicht mehr gezwungen, Befehle zu befolgen. Doch auch wenn es sich selbst den Namen Murderbot gegeben hat, will die Sec Unit eigentlich nur über den Entertainment-Feed Serien gucken.
Eigentlich wollte ich „Murderbot“ ja im Detail reviewen, aber bei 20-Minuten-Folgen war ich damit dann doch überfordert. Lasst euch davon nicht irritieren, die Serie ist großartig! Die erste Staffel deckt den ersten Kurzroman „All Systems Red“ ab und bleibt extrem dicht an der Vorlage, wobei Fans solche Schmankerl wie die (prominent besetzten) Ausschnitte aus „The Rise and Fall of Sanctuary Moon“ wohl mehr zu schätzen wissen als Neulinge. Ich hätte mir einzig eine wahrhaft androgyne Sec Unit gewünscht, aber das ist Nitpicking.
4 ½ von 5 Bananen, die Augenkontakt hassen.