„I can promise you, they shenanned once, they’ll shenann again.“
Weil sie sich für haushoch überlegen halten, spielen die Studenten des War College der Sternenflotten-Akademie ständig Streiche. Spoiler!
This is not like laser tag!
An der Sternenflotten-Akademie finden die Auswahlspiele für das hauseigene Calica-Team statt, bei denen Darem und Genesis um den Posten als Captain konkurrieren. Doch die Studenten werden vom benachbarten War College nur belächelt, wo man sich einen Spaß daraus macht, ihnen Streiche zu spielen. Ein Verhalten, dass der War College Commander Kelrec nicht nur befürwortet, sondern sogar unterstützt. Ein heimliches Calica-Spiel zwischen den beiden Fraktionen soll die Ehre der Sternenflotte wiederherstellen, entwickelt sich jedoch zur nächsten Blamage.
Ohne „Star Trek“ im Titel wäre die Serie echt okay
Was soll ich sagen, „Vitus Reflux“ hat mir tatsächlich viel Spaß gemacht. Ich glaube, mein Problem mit der Serie besteht eigentlich nur darin, dass sie unter dem Label „Star Trek“ firmiert und dem Vergleich mit den anderen Shows nicht standhält. Betrachtet man „Starfleet Academy“ jedoch isoliert als klassische Teenie-Serie, wird vieles in Perspektive gerückt … und funktioniert. „Vitus Reflux“ ist für meinen Geschmack zwar zu lang (45 Minuten hätten vollauf gereicht), aber unterhaltsam und sogar lehrreich.
„We did this because we could. And we will keep doing it because it is fun.“
Captain werden ist nicht schwer …
Das Spiel Calica ist, wenn ich das richtig sehe, eine Erfindung eigens für „Star Trek: Starfleet Academy“. Es erinnert tatsächlich ein bisschen an Lasertag – mit dem Ziel, das gegnerische Maskottchen zu erobern. Die verwendeten Laser beamen den Getroffenen direkt auf die Strafbank, wo er die jeweilige Runde aussetzen muss. Freilich muss das bei Lura Thok sofort in eine knallharte Vorbereitung fürs Schlachtfeld ausarten, aber das ist eigentlich ganz witzig.
Im Zentrum steht jedenfalls der Konkurrenzkampf zwischen Genesis und Darem, die beide echte Overperformer sind und glauben, alleinigen Anspruch auf den Captainstitel zu haben. Darem mag dafür zwar das Können besitzen, aber ihm fehlt das, was einen Captain ausmacht: Führungsstärke. Und Strategie, ja, das auch. Als Genesis endlich ihre Chance erhält, koordiniert sie das Team klug und motiviert sie statt sie zu beschimpfen. Und das ist bei aller Kritik an der Serie doch wieder „Star Trek“ durch und durch.
Kleinkrieg unter Studenten
Was uns zu dem Kleinkrieg zwischen War College und Starfleet Academy bringt. Das ist tatsächlich mal etwas Neues, was wohl auch nur in einem Setting wie diesem funktionieren kann. Man stelle sich nur mal vor, so was Unprofessionelles ginge auf einem Raumschiff ab! Aber das sind eben junge Leute, und in dem Alter hat man das Gefühl, der ganzen Welt überlegen zu sein. Das passt schon. (Auch wenn ich mich nicht daran erinnern kann, dass während meiner Studienzeit Kunsthistoriker gegen Philosophen gekämpft hätten, obwohl wir uns auch das Gebäude teilen mussten.)
Die Idee, dass Ake ihren Studenten helfen will, aber gleichzeitig nicht direkt eingreifen kann, gefiel mir ebenfalls. (Das hat auch nichts mit Lanthanites zu tun, sondern mit Stolz auf die eigenen Schüler, finde ich.) Sie lässt genug Hinweise fallen, dass sie schließlich selbst auf eine Strategie kommen, womit sie dem War College bereits weit voraus sind. Und ja, diese Strategie ist einfallsreich und deutlich weniger plump als das, was die gegnerische Seite abgezogen hat. Ob das allerdings wirklich das Ende der Animositäten bedeutet … nun, wir werden sehen.
„This is the first time you’ve felt part of a group. And you like it. But you’re afraid they’ll let you down.“
Weniger Caleb, mehr Team
Mein persönlich größter Pluspunkt an „Vitus Reflux“ ist, dass sich die Folge erstmals nicht ausschließlich auf Caleb fokussiert. Er steht zwar noch genug im Rampenlicht (siehe die etwas blutleere Flirterei mit Tarima), aber hier geht es einmal stärker um die Gruppendynamik, was auch den Plot um Darem und Genesis möglich macht. Ich bin generell mehr ein Freund von Ensembleserien, insofern hoffe ich, dass sie diesen Pfad weiterverfolgen und nicht auf die Idee verfallen, die Caleb-Mir-Show draus machen.
Notes Reflux
• Jett Reno und Lura Thok sind offenbar ein Paar. Das kam unerwartet, aber wenn das ein gelegentlicher Sideplot bleibt, kann ich gut damit leben.
• Okay, vielleicht bin ich leicht zufriedenzustellen, aber über Calebs Frage nach den „little accordions“ auf Akes Pyjama musste ich so was von lachen. Und hey, das sind „tiny warp cores“!
• Ich schreibe beruflich für einen Onlineshop und war ganz verblüfft, auf dem Campus einen mir sehr bekannten Gartenstuhl zu entdecken. Schön zu sehen, dass die italienische Marke Nardi in so ferner Zukunft noch existiert. 😆
3 ½ von 5 Bananen auf dem Pyjama.