„Avoiding reality does not make it disappear.“
Als die Klingonen ein Geschenk der Föderation ablehnen, macht Jay-Den das zum Thema des anstehenden Debattier-Wettstreits. Spoiler!
We are not brothers
Die Akademie unternimmt mit der Athena ihre erste echte Mission und besucht den Val Nebula. Währenddessen hält der Holo-Doc einen Debattier-Wettstreit ab, den Caleb klar dominiert. Jay-Den hingegen hat Probleme, vor anderen zu reden, und bricht zusammen, bevor er überhaupt ein Wort sagen kann. Als ein Flüchtlingsschiff der Klingonen verunglückt, bietet die Föderation dem Reich den Planeten Faan Alpha als neue Heimat an, doch Almosen lehnen die Klingonen ab. Jay-Den will das zum Thema der nächsten Debatte machen.
Klingonen-Folge mit blassem Protagonisten
Ich denke, wer meine diversen „Star Trek“-Reviews bis hierher verfolgt hat, weiß bereits, was jetzt kommt. Ich weiß zu schätzen, dass „Starfleet Academy“ das Schicksal der Klingonen nach dem „Burn“ enthüllt, aber deswegen mag ich Klingonen-Folgen auch nicht lieber. Ehrlich gesagt musste ich mich durch diese Geschichte durchquälen, und dass mit Jay-Den eine wahre Schneeflocke von Klingone im Mittelpunkt stand, hat dabei nicht geholfen. Insofern, nehmt meine Wertung als das, was sie ist: persönlich.
„Without self-definition, are Klingons Klingons? And does the Federation require other great people to cease to be in order to redefine itself after the Burn? It is not the Federation’s advantage or place to tell the Klingons who they are.“
Laientheater für klingonische Befindlichkeiten
Zunächst einmal, die Route, die sie bei den Klingonen eingeschlagen haben, ist nicht uninteressant. Qo’noS wurde offenbar vollständig zerstört, wodurch das Reich mehr oder weniger zerfallen ist. Die Häuser wurden in alle Richtungen verstreut und ziehen als Flüchtlinge umher. Das in Kombination mit ihrer Identität als stolze Krieger ist ein explosiver Cocktail, und „Vox in Excelso“ argumentiert im Grunde, dass diese Identität dadurch heute wichtiger ist denn je.
Dennoch bin ich nicht ganz glücklich mit der geradezu wörtlichen Interpretation, die daraus folgt. Die Klingonen wollen kein Wohltätigkeitsfall sein und können deshalb nicht einfach eine Welt als Geschenk annehmen. Stattdessen muss ein Schaukampf inszeniert werden, an dessen Ende sie diese Welt „erobern“. Erstens: Die Ressourcen. Das ist ein Thema, das „Star Trek“ permanent ausblendet. Und zweitens: Befriedigt ein offensichtliches Schauspiel wirklich den Blutdurst eines Klingonen?
Der Nicht-Klingone
Am meisten krankt die Folge für mich aber an Jay-Den. Hier wollte man so progressiv sein und einen Klingonen zeigen, der sämtlichen Klischees über Klingonen widerspricht, aber am Ende hat man dadurch nur ein ganz neues Klischee geschaffen. Als Figur kann ich ihn jedenfalls nicht ernst nehmen, dieses weinerliche Mannkind, das erst davon faselt, nichts essen zu wollen, was nicht in einem fairen Kampf gestorben ist (wie, er ist kein Vegetarier?!), bevor wir dann erfahren, dass er damals auf Krios Prime keinen Vogel töten konnte.
Apropos, auch hier findet sich eine vermeintlich schlüssige Lösung, die man jedoch nicht hinterfragen sollte. Lura Thok erklärt Jay-Den, dass seine Familie ihn damals im Stich gelassen hat, um ihm die Freiheit zu geben, seine eigenen Träume zu verfolgen. Wow, ist das nicht schön? Bis man darüber nachdenkt, dass sie einen Jugendlichen auf einem offenkundig schwach bis kaum besiedelten Planeten zurückgelassen haben, vermutlich ohne Kommunikationsgerät. Ich bin neugierig, wie ist er von dort an die Akademie gekommen?
Notes in Excelso
• Ein Klingone, der eine Panikattacke hat, als er vor der Klasse sprechen soll. Ernsthaft, da war die Folge für mich eigentlich schon gelaufen.
• Bitte, bitte macht das nicht zum Running Gag der Serie, dass die Schüler ständig diplomatische Krisen lösen, um die sich eigentlich Erwachsene kümmern sollten.
• Jay-Den und Darem. Schätze, ohne etwas Homoerotik kommt heute keine Teenie-Serie mehr aus. Mal schauen, ob das irgendwo hinführt.
• Viel lustiger fand ich die wild fliegenden Funken zwischen Ake und dem Klingonen Obel. Auch wegen des lächerlich großen Höhenunterschieds zwischen ihnen.
2 von 5 rhetorisch unbegabten Bananen.