Star Trek: Starfleet Academy | Ko’Zeine (1×07)

„You hacked in so you could come back and do homework?“

Die Studenten haben Ferien. Während Darem unvermittelt unter die Haube soll, bleiben Caleb und Genesis zurück in der Akademie. Spoiler!

Just a couple of cadets in the deepest of shit

All Worlds Day steht bevor und die Studenten machen sich zu einem Kurzbesuch auf den Weg nach Hause. Caleb soll eigentlich zu einer Gastfamilie, kann Ake aber überzeugen, dass er in der Akademie bleiben darf. Doch aus ein paar ruhigen Tagen wird nichts, denn Genesis kehrt heimlich zurück und stiftet ihn zu allerlei Unsinn an – mit Hintergedanken. Jay-Den will die Ferien eigentlich mit Kyle verbringen, doch als er sieht, wie Darem gekidnappt wird, folgt er ihm kurzentschlossen. Was er nicht weiß: Das Kidnapping ist Teil einer Hochzeitszeremonie.

Solide, aber nicht neu

„Ko’Zeine“ ist eine Folge, die ganz in der Tradition von „Star Trek“ steht: Unsere Helden werden mit ihren persönlichen Verpflichtungen konfrontiert. Auch wenn ich persönlich nichts dagegen hätte, wenn die Folgen allesamt etwas kürzer wären, kann man „Starfleet Academy“ hier wirklich nichts vorwerfen. Im Gegenteil, es gibt am Ende keine „bequeme“ Lösung, sowohl Darem als auch Genesis müssen sich den Konsequenzen ihrer Entscheidungen stellen. Und das ist etwas, womit „Star Trek“ sonst ja eher Probleme hat.

Jay-Den: „You are going to abandon the Academy? Abandon Starfleet?“
Darem: „No one expects anything from me there anyway, which I suppose is a relief, but here, what I’m not gonna do is disappoint Kaira, my parents, my people. I need to be who they raised me to be.“

Freiheit oder Pflicht

Fangen wir mit Darem ein, da sich der Folgentitel „Ko’Zeine“ auf Jay-Den bezieht, der unerwartet zum Trauzeugen wird. Die Art und Weise, wie der Plot beginnt, fand ich ehrlich gesagt etwas albern, zumal das Portal auch wirklich gerade lange genug offen bleibt, dass Jay-Den noch kurz zögern und dann folgen kann, bevor er sich direkt hinter ihm wieder schließt. Aber sei’s drum, wir erleben hier eine ganz andere Seite von Darem, ohne dass es irgendwie aufgesetzt wirkt.

Wir haben zuvor schon gesehen, dass er jemand ist, der Verantwortung übernimmt, wenn es darauf ankommt. Deshalb zögert er auch nicht, als Kaira ihn bittet, seine Ausbildung aufzugeben, um die ihm zugedachte Rolle an ihrer Seite einzunehmen. Dadurch aber wird erst offenbar, welch eine Befreiung die Akademie für ihn gewesen sein muss. Ein Ort, an dem er niemandem außer sich selbst verpflichtet ist.

Es ist bemerkenswert, dass man nicht versucht, irgendeinen Mittelweg zu finden, sondern die Lösung letztendlich ambivalent ist. Was Darem selbst nicht kann, tut Kaira für ihn, indem sie die Vermählung löst und und ihn zum Rücktritt von seiner Verpflichtung drängt. Gewiss, er ist nun frei und kann tun, was er will. Aber er enttäuscht auch die Erwartungen seiner Familie, er verlässt Khionia als Versager, was vielleicht sogar seinen Blick auf die Akademie und seine Ausbildung verändern wird.

Trauzeuge durch Zufall

Jay-Dens Rolle in all dem hat mich andererseits nicht sonderlich überzeugt. Ich habe das ungute Gefühl, dass man hier eine Dreiecksgeschichte vorbereitet, wovon ich echt überhaupt kein Fan bin. Und wann genau sind die eigentlich so enge Freunde geworden? Jay-Den wirkt beinahe persönlich angegriffen, als er erkennt, dass Darem nicht an die Akademie zurückkehren wird.

Aber es liegt auch daran, dass ich mich mit dieser Darstellung eines Klingonen einfach nicht anfreunden kann. Nennt mich bigott, aber nachdem ich jahrelang unter Klingonen-Folgen gelitten habe, in denen es um Blut, Weib und Gesang ging (nicht immer in der Reihenfolge), traumatisiert es mich gerade ein bisschen, einen sensiblen Klingonen im Rock zu erleben, der darüber klagt, dass er friert.

„The thing about following someone else’s footsteps? They’re someone else’s footsteps. Everyone will remind you that your ambitions were his first, imply your skills were inherited, and then you just start to wonder if people have been handing you victories just because they recognize those footsteps.“

Ein Fehler, um einen anderen zu vertuschen

Bei Genesis ist die Situation ein bisschen verzwickter, denn es stellt sich heraus, dass sie ihren Fehler bereits begangen hat, aber nicht etwa die Verantwortung dafür übernehmen, sondern noch einen weiteren Fehler obendrauf setzen will. Ich denke, das ist es, was sie am Ende tatsächlich für den Pre-Command Track disqualifiziert. Nicht, dass sie ihre Empfehlungen verändert hat, um an die Akademie zu kommen. Sondern, dass sie jetzt nicht dazu steht, sondern versucht, es zu vertuschen.

Ob sie was daraus lernt, kann ich schwer einschätzen. Die Tatsache, dass sie sich nicht mal dafür entschuldigt, Caleb da mit reingezogen zu haben (der wirklich von einer Strafarbeit zur nächsten kommt), lässt mich irgendwie zweifeln. Abgesehen davon scheint ihr ohnehin die nötige Ernsthaftigkeit dafür zu fehlen, denn zumindest dieses „Toxic or non-toxic“-Spiel ist schon arg infantil und verantwortungslos. Reden wir nicht über die Warp-Schnecke.

Beziehungsstatus: es ist kompliziert

Für Caleb geht es diese Woche in erster Linie darum, dass er sich nicht dazu durchringen kann, sich bei Tarima zu melden. Wir erfahren zu Beginn der Folge, dass etwa ein Monat seit dem Vorfall auf der Miyazaki vergangen ist. Tarima ist offenbar wieder aus dem Koma erwacht und erholt sich seither auf Betazed. Was genau Caleb am Ende umstimmt, ist mir zwar nicht klar, aber schließlich schickt er ihr eine Nachricht. Und wir können gespannt sein, ob diese Beziehung eine Zukunft hat.

Best Notes

• Mal eine ganz banale Frage: Wieso zeigen die Khionians nicht mal auf ihrem eigenen Planeten ihr wahres Gesicht?
• Komisch, dass Jay-Den und Kyle off-screen ein Paar geworden sind, ganz so progressiv ist man wohl doch nicht. (Es gab auch nur ein scheues Küsschen auf die Wange.) Ein bisschen trauere ich um die angeteaste Urlaubsfolge auf Ibiza.
• Nein, ich wollte Jett Renos großen Zeh nicht in Nahaufnahme sehen, danke.

2 ½ von 5 nicht-toxischen Bananen. (Popcorn not included.)

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