„Jay-Den’s hearts and testicles comedy sounds way more interesting.“
Gastdozentin Sylvia Tilly veranstaltet einen Theaterkurs, um die traumatisierten Studenten zu therapieren. Spoiler!
Congratulations, that was a spectacular failure of teamwork
Tarima ist zurück, doch um sie zu schützen, wurde sie vom War College zur Starfleet Academy transferiert – gegen ihren Willen. Sie ist nicht die Einzige, die mit den Nachwirkungen der Ereignisse auf der Miyazaki kämpft, also fährt Kanzlerin Ake schwere Geschütze auf. Sie lädt Lieutenant Sylvia Tilly ein, die eine als Theaterkurs getarnte Therapiesitzung abhalten soll. Die Studenten durchschauen das Spiel schnell, doch schon trifft sie der nächste Schicksalsschlag: Sam bricht zusammen. Um ihr zu helfen, bringen Ake und der Holo-Doc sie nach Kasq.
Ehrenwerter Ansatz, maue Umsetzung
In Zeiten, in denen ganze Serien von Therapie handeln und nicht cringy sind („Shrinking“), hätte ich mehr von „The Life of the Stars“ erwartet. Und versteht das nicht falsch, auch wenn es mit der Gefühlsduselei damals bei „Discovery“ überhand nahm, habe ich nichts gegen eine gut geschriebene Story über Traumata, ganz besonders nicht bei „Star Trek“, das jahrelang am Ende jeder Folge den Reset-Button gedrückt hat. Nur irgendwie war mir das alles hier ein bisschen zu gewollt, während die Handlung um Sam und den Holo-Doc total abschmiert.
„They need serious trauma counseling without knowing it’s trauma counseling.“
Der Theaterkurs ist eine unnötige zweite Ebene
Wie gesagt, die Folge beschäftigt sich mit den Nachwirkungen von „Come, let’s away“, und im Gegensatz zu anderen Reviewern finde ich es gut, dass noch eine „normale“ Folge dazwischen lag. In der Realität widmet sich auch niemand sofort seinem Trauma, sondern versucht es wegzupacken, zum Alltag überzugehen. In gewisser Weise wird damit auch beleuchtet, dass die Akademie noch am Anfang steht und selbst die Lehrer nicht auf die Idee gekommen sind, dass diese jungen Leute vielleicht Hilfe brauchen.
Dass man allerdings den Umweg über den Theaterkurs geht statt einfach einen Counselor einzustellen, schmeckt für mich sehr nach Drehbuch-Gefälligkeit. Vielleicht hätte mir die Folge mehr Spaß gemacht, wenn man auf die Metaphern verzichtet und stattdessen Klartext geredet hätte. Und zwar im Einzelgespräch, denn Gruppendynamik ist dann noch mal ein ganz anderes Problem. Wer zeigt vor seinen Klassenkameraden schon gerne Gefühle? Kurz, konzeptionell hat mir „The Life of the Stars“ nichts gegeben.
Klar auf Teenager zugeschnitten
Vielleicht ist das der Grund, warum mich die Story auch emotional nicht sonderlich berührt. Vielleicht ist es aber auch einfach zu früh in der Serie, ich konnte ja noch keine wirklich enge Bindung zu den Figuren entwickeln. Am Ende fand ich viele Gespräche auch einfach nur infantil. Da stoße ich an meine Grenzen, was die Zielgruppe der Serie angeht, Teenager mögen das alles viel nachvollziehbarer finden.
„Homework: find a play. I’ll select one that suits our purposes. We will read it out loud, discuss, dissect, and for those of you still bristling with confusion and/or resentment: I don’t care.“
Uralte Traumata
Was mich zu Sam bringt, deren Trauma auch körperliche Auswirkungen hat. Man mag sich fragen, warum sie ihren Zustand vor allen verborgen hat, aber für mich fällt das in dieselbe Kategorie, warum sie die Feedback-Schleife nicht verlassen kann. Auch das Vertrauen, sich vor anderen verletzlich zu zeigen, ist etwas, was man in der Kindheit lernt. Die generelle Erklärung fand ich übrigens ziemlich genial, weil oft unterschätzt wird, wie sehr einen Erlebnisse der Kindheit prägen – positiv wie negativ.
Und trotzdem bleibt dieser Plot schwach, was leider vor allem am Holo-Doc liegt. Es ist eine alte Serien-Krankheit, dass einzelne Themen immer dann (und nur dann) hervorgekramt werden, wenn sie gerade fürs Drehbuch relevant sind. So wurde seine Weigerung, Sam ein Mentor zu sein, zwar schon in der ersten Folge gebracht, danach aber nicht mehr groß angesprochen.
Hinzu kommt, dass man hier wieder auf eine andere Serie zurückgreift (diesmal „Star Trek: Voyager“). Das ist eine bequeme Abkürzung und für Fans davon sicherlich auch befriedigend, aber für alle anderen bleibt die emotionale Wirkung dadurch auf der Strecke. Das war schon bei „Series Acclimation Mil“ und Sisko ein Problem und wird hier nicht besser gelöst. Ein paar schwammige Flashbacks und Dialogzeilen sind zu wenig!
The Life of the Notes
• Hach ja, Tilly. Bei „Discovery“ war sie meine Lieblingsfigur, aber diese Version hat leider nur noch wenig damit zu tun.
• Sorry, das war für mich nicht eindeutig: Hat Ake den Holo-Doc für die zwei Wochen a.k.a. 17 Jahre auf Kasq zurückgelassen oder hat sie Sam ebenfalls mit großgezogen? Bei aller Kritik bin ich aber tatsächlich gespannt, wie sich diese Vater-Tochter-Beziehung auf die Serie auswirken wird.
2 ½ von 5 Bananen, die die klingonische Komödie bevorzugt hätten.