Bananews | San Diego Comic Con 2026

Ihr kennt das Spiel ja schon. Dieses Jahr war zur Abwechslung mal wieder ein bisschen was los bei der San Diego Comic Con, auch wenn ich den ganzen Marvel-Kram gleich mal ausgelassen habe. Hier also mein persönlich eingefärbter Blick auf die Serien, die mich interessieren, sei es nun als Fan oder als Reviewer.

Interview with the Vampire/The Vampire Lestat

Dafür, dass ich auf dieses Panel wirklich gespannt war, bin ich ein bisschen enttäuscht. Dass ausgerechnet Sam Reid, der Star der dritten Staffel „Interview with the Vampire“ aka „The Vampire Lestat“, nicht dabei sein konnte, war schon ungünstig genug. Doch gemessen an der Größe des Casts saßen am Ende auch insgesamt sehr wenige Schauspieler auf der Bühne. Außerdem bleiben die Fragen leider sehr oberflächlich, obwohl man alle Möglichkeiten gehabt hätte, nachdem bereits alle Folgen gelaufen und Spoiler kein Thema mehr sind.
Wie viele im Vorfeld schon gemutmaßt hatten, wurde die Comic Con dazu genutzt, eine vierte Staffel anzukündigen. Und sehr zu meinem Leidwesen, da es die Organisation meiner Reviews wahrlich nicht leichter macht, gibt es erneut eine Namensänderung. Die Serie heißt nun „Queen of the Damned“, womit die Stoßrichtung bereits klar ist (wenn sie es nach dem Finale der dritten Staffel nicht sowieso schon war). Ob man etwas daraus lesen muss, dass Rolin Jones die Showrunner-Rolle an Hannah Moscovitch übergibt, wird sich noch zeigen.

The Lord of the Rings: The Rings of Power

Kann es sein, dass selbst die Beteiligten das Projekt emotional irgendwie schon aufgegeben haben? Das Panel von „Rings of Power“ ist jedenfalls eine merkwürdige Angelegenheit. Zum einen sind diesmal signifikant weniger Schauspieler anwesend als 2024, als man die zweite Staffel bewarb. Und dann sagen zwar alle brav ihren Text auf, wie begeistert sie doch sind, aber es klingt hohl und nichtssagend. Vielleicht liegt es auch nur daran, dass man – mal wieder – nichts verraten darf.
So ist das Ganze im Grunde wenig mehr als eine Bestandsaufnahme. Die Staffel spielt fünf Jahre später, Saurons Armee konnte sich in ganz Mittelerde ausbreiten, doch er selbst verzweifelt am Schmieden des „einen“ Rings. Wir werden Rivendell sehen. Gandalf ist Gandalf (duh!). Ach ja, und Celeborn, Galadriels vermisster Beau, kehrt zurück. Ich weiß natürlich, dass Geschmäcker verschieden sind, aber ich persönlich weiß jetzt, warum Galadriel Sauron schöne Augen gemacht hat. 🙈

Blade Runner 2099

Ausgehend vom Trailer war ich initial nicht besonders begeistert von dem Projekt, obwohl ich eigentlich ein großer Fan des „Blade Runner“-Universums bin. Doch das Panel hat meine Meinung tatsächlich geändert, weil durchschimmert, dass vielleicht doch auch ein paar kluge Gedanken zwischen all der Action stecken. Und in der Tat, die Frage „what is human?“ war noch nie so relevant wie heute, ebenso das Gedankenspiel, was passiert, wenn die Menschheit nicht mehr die vorherrschende Spezies auf dem Planeten ist.

Star Trek: Strange new Worlds

Beim Panel von „Star Trek“ muss man zunächst vierzig Minuten Selbstbeweihräucherung durchstehen, weil das Franchise dieses Jahr seinen 60. Geburtstag feiert. Ohne diesen Meilenstein herabwürdigen zu wollen, ist es doch etwas ermüdend, dass alle nur ihre üblichen Lobeshymnen abspulen. Warum erzählt man uns nicht lieber ein paar Anekdoten? Mein einziger Lacher war bei „60 years and going“, denn, ist es nicht viel eher so, dass aktuell nichts in Produktion ist?
Danach jedenfalls kommen wir endlich zu „Strange new Worlds“, und da die vierte Staffel gerade erst gestartet ist, dürfen wir auch hier nicht zu viel Substanzielles erwarten. Ehrlich gesagt war ich die Hälfte der Zeit sowieso von Christina Chongs süßem Hund abgelenkt. Na ja, wir erfahren, dass Anson Mount Kirk als Macho sieht, Picard als Intellekt und seinen Pike als Herz. (Awww.) Und dass Kirks und Spocks Freundschaft so ehrlich rüberkommt, liegt daran, dass Paul Wesley und Ethan Peck auch privat gute Kumpel sind.

Dark Matter

„Dark Matter“ ist so eine Show, da war die erste Staffel einfach nur unfassbar genial, weshalb ich ein bisschen Angst vor der Fortsetzung habe. Zumal sie, wie Autor Blake Crouch im Panel erzählt, jetzt nicht mehr auf die Buchvorlage zurückgreifen können. Executive Producer Matt Tolmach umreißt die zweite Staffel mit der Frage: „What happens when choices are unlimited?“ Die Schauspieler gehen ein bisschen auf die Gemütslage ihrer Figuren ein, aber am Ende ist das eine Serie, über die man nur wenig sagen kann, ohne alles zu verraten. Ich hoffe einfach, sie opfern die Intelligenz nicht der Action.

Silo

Vorweg: Ich schaue die aktuell laufende dritte Staffel noch nicht, und wer das ebenfalls nicht tut, sollte sich bewusst sein, dass das Panel einen wirklich großen Spoiler enthält. Was mittlerweile kein Geheimnis mehr sein dürfte, ist, dass wir 300 Jahre in die Vergangenheit blicken und erfahren, wie das Silo-Projekt entstanden ist. Grundlage dafür ist der zweite Band der Buchvorlage, allerdings mit einigen Änderungen, weil Juliette darin praktisch nicht vorkommt. Ah ja, und Teaser für die vierte Staffel: Nächstes Jahr um die Zeit sollte die bereits laufen.

Carrie

Auch wenn ich wünschte, Mike Flanagan würde sich endlich voll auf „The Dark Tower“ konzentrieren, freue ich mich natürlich auch auf jede andere Serie von ihm. An „Carrie“ gehe ich zum Glück recht unbedarft ran, da ich weder Buch noch Kinofilm kenne, und das Panel dazu war tatsächlich eines der interessanteren, was es umso bitterer macht, dass es nur sehr behelfsmäßig mitgefilmt wurde (erster Teil, den Rest findet ihr von dort aus selbst). Flanagan war übrigens zum ersten Mal bei der Comic Con, danke Amazon, Netflix hat es offenbar nie für nötig gehalten.
Die wichtigste Frage im Panel war: „Why now?“ Und Flanagan erklärt dazu, dass sich die Welt extrem verändert hat und das auch sein Ansatz war, den Stephen King unterstützt hat: Die Geschichte auseinandernehmen und etwas Neues daraus machen, das heute relevant ist. Es gibt in der Serie keine Monster, nur Menschen. Ach ja, bei der Frage nach der Lieblingsgeschichte von King antwortet nur Flanagan mit „Dark Tower“. Guter Mann.