„YouTube nimmt das mit der Enshittifiation todernst. Man weiß wirklich nie, welche Verschlechterung der Usability sie sich als nächstes ausdenken, und ob man auch diesmal wieder einen Workaround finden wird.“ (aus meinem Tagebuch)
Saisonwechsel unter erschwerten Bedingungen
Der Sommer 2026 war eine Herausforderung, und auch wenn wir die Hitze nun hoffentlich wirklich hinter uns gelassen haben, sind die Nachwirkungen weiterhin spürbar. Als ich dieser Tage nämlich mit dem Saisonwechsel meiner Garderobe begann, habe ich nicht nur einen Großteil ungetragen wieder verstaut, ich stand auch ziemlich hilflos vor der Aufgabe des halbjährlichen Ausmistens.
Normalerweise ist das Prinzip sehr simpel: Was ich nicht getragen habe, steht zumindest mal zur Disposition. (Wir wissen alle, wie schwer ich mich von Kleidung trennen kann, also heißt das noch lange nicht, dass es auch tatsächlich rausfliegt.) Nur, für das meiste war es dieses Jahr schlicht zu heiß. Wie zum Teufel soll ich wissen, was ich getragen hätte? (Gar nicht. Die Antwort lautet gar nicht. Ich hab einfach alles eingelagert, oh Mann.)
Gleichzeitig habe ich den Verdacht, dass sich meine Pullover und Blusen während der unbeobachteten Sommermonate heimlich vermehren. Ich weiß nie, wie ich all das im Vorjahr in den Schrank gekriegt habe, und puzzle wieder von vorne los. Große Lücken gibt es in meiner Wintergarderobe jedenfalls nicht mehr. Nur der cremefarbene Wollpulli mit Zopfmuster, der steht auch dieses Jahr wieder auf dem Wunschzettel.
Der September in Bildern
Eine Ode an den Katalog
Kürzlich lag der neue Jahreskatalog von Buttinette in meinem Briefkasten. Ich gehöre selbstverständlich zu den privilegierten Stammkunden, die ihn automatisch kriegen, und über die Jahre ist er fast so etwas wie ein Zeichen für den beginnenden Herbst geworden. Das hat mich nachdenklich gestimmt, denn Buttinette dürfte einer der wenigen Händler sein, die überhaupt noch einen physischen Katalog produzieren. Wer weiß, wie lange noch?
Die Begründung des Umweltschutzes war letztendlich immer fadenscheinig, schließlich kriege ich auch jede Woche einen zwei Zentimeter dicken Stapel Prospekte (teilweise von Geschäften, die nicht einmal annähernd in meiner Nähe sind). Es war eine Kosteneinsparung, seien wir doch ehrlich, und die Kunden haben sich wohl oder übel damit arrangiert: Sie scrollen heute mit Handy oder Tablet durch den Onlineshop.
Und doch, wenn ich Abends gemütlich im Sessel den Buttinette-Katalog durchblättere, dann hat das eine ganz andere Qualität als durch sterile Produktfotos zu klicken. Dass hinter den gezeigten Bastelideen genauso viel Kalkül steckt, ist klar, ich soll am besten gleich alles bestellen, um sie eins zu eins umsetzen zu können. Trotzdem fühle ich mich da als Kunde eher abgeholt (und bastel auch mal ohne Bestellung was nach, aber psst).
PS: Ich trauere übrigens bis heute den H&M-Katalogen hinterher, aus denen ich damals immer Bilder für mein eigenes Stylebook ausgeschnitten habe.
Mixtape September
Ein letztes Mal eröffne ich mein Mixtape des Monats mit „The Vampire Lestat“, da inzwischen auch der Score von Daniel Hart veröffentlicht wurde – und natürlich famos ist. Ansonsten höre ich aktuell wieder mehr aus meiner Sammlung, also stellt euch darauf ein, dass sich künftig öfter mal was älteres hierher verirrt.
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