Star Trek: Strange new Worlds | Human best Friend (4×03)

„Thanks to our planet’s one-of-a-kind intoxicating atmosphere, each visitor experiences a one-of-a-kind, customized journey that will provide exactly what they need to relax.“

Beim Landurlaub auf einem Vergnügungsplaneten geht das Shuttle verloren, und Ortegas und Scotty müssen es schnellstens wieder auftreiben. Spoiler!

They stole my eyeballs!

Die Enterprise befindet sich auf dem Weg zum Rodaxian System, um die Friedensverhandlungen zur Beendigung eines Bürgerkriegs zu leiten. Doch die Alpha-Schicht läuft auf dem Zahnfleisch, und so überzeugt Una den Captain, ihnen allen eine kurze Auszeit auf dem Erholungsplaneten Cesnar zu gönnen. Doch die wortwörtlich berauschende Atmosphäre scheint einige Nebenwirkungen zu haben, denn als Ortegas und Scotty in einem verwüsteten Hotelzimmer aufwachen, erinnern sie sich an nichts mehr. Und als dann auch noch die Verhandlungen vorverlegt werden, stellen sie fest, dass ihr Shuttle weg ist.

Ey Mann, wo is’ mein Shuttle?

Das Vorbild für „Human best Friend“ ist nicht schwer zu erraten, es ist ganz offensichtlich der Film „Hangover“. Und ja, das ist das Rezept für eine Folge, die die Fans wieder einmal spalten wird. Ich persönlich fand sie unterhaltsam, aber auch ein bisschen flach. Immerhin, gemessen an anderen Landurlaub-Folgen der Vergangenheit (insbesondere die, die auf Risa spielten), gelingt „Strange new Worlds“ eine solide Interpretation des Themas – mehr oder weniger ohne Fremdschäm-Momente. Und Ortegas und Scotty ergeben ein überraschend gutes Team.

Ortegas: „That wasn’t in the brochure.“
Dendru: „Mm, it was, it was. It was in the fine print. Well, actually, it was in the micro print. But the fine print clearly directs you to read the micro print. So, really, it’s all quite legally binding.“

Plot? Welcher Plot?

Nun muss man festhalten, dass „Human best Friend“ keinen nennenswerten Plot hat, über den man philosophieren könnte. Die Crew macht Urlaub und ist komplett ausgeknockt, und Ortegas und Scotty müssen das Shuttle wiederfinden, das sie in Betrunkenen-Logik versteckt haben, weil sich eine Bombe an Bord befindet, die sie gerade nicht entschärfen können. Abgesehen davon funktioniert die Handlung ähnlich wie eine Schnitzeljagd, bei der sie ihre Kollegen in unterschiedlichen Stadien des Rausches antreffen und Hinweise sammeln.

Wie unwichtig das alles ist, zeigt sich spätestens dann, wenn die eigentliche Ursache für das ganze Theater, nämlich der Saboteur, der die Bombe im Shuttle platziert hat, am Ende der Folge in einem Nebensatz abgehakt wird. Ich bin hin und her gerissen, denn einerseits braucht es für das, was die Folge sein will, keinen komplizierten Plot, es geht nur darum, dass Ortegas und Scotty gezwungen sind, zusammenzuarbeiten. Andererseits hätte etwas mehr Substanz hier und da der Geschichte vielleicht ganz gutgetan? Hach, ich will mich nicht daran aufhängen.

Ein ungleiches Paar

Es ist ein Glück für die Folge, dass das Duo aus Scotty und Ortegas so hervorragend funktioniert. Zwar bin ich erstaunt, dass man die gerade erst eingeführte Rivalität zwischen den beiden so bald schon wieder auflöst, aber das ändert nichts daran, dass es klickt. Die Comedy entsteht dabei vor allem aus dem Kontrast von Ortegas’ dauerhafter Frustration und Scottys Go-with-the-Flow-Attitüde. Und am Ende lernen wir beide auch etwas besser kennen: Ortegas wollte eigentlich Ingenieurin werden, scheiterte aber schon im ersten Kurs, während Scotty sieben Shuttles gecrasht hat, bevor er sein Talent für Maschinen entdeckte.

Das zweite ungleiche Paar, das hier beleuchtet wird, ist Spock und Kirk. Damit habe ich so meine Probleme, weil die Logik echt nicht aufgeht, dass niemand außer Spock Kirk sieht, selbst wenn er offenkundig nur zwei Meter entfernt steht. (Wie er auf den Planeten gekommen ist und danach auf die Enterprise, versucht man erst gar nicht zu erklären.) Da das alles aber auch völlig unnötig ist, fühlt es sich ein bisschen nach Füllmaterial an. Einzig die ganze Pflanzen-Sache ist so herrlich absurd, dass ich den Autoren noch mal verzeihe.

Spock: „It is coming from this.“
Ortegas: „That is a plant.“
Spock: „I believe this is photosynthetic technology. I assumed that was only theoretical.“
Ortegas: „It’s a plant.“
Spock: „Perhaps I can telepathically link.“
Scotty: „What, read the plant’s plant mind?“
Spock: „My mind to your leaves. My thoughts to your root system.“

Wenigstens die Schauspieler hatten ihren Spaß

Auch die restlichen Crewmitglieder bekommen ihren Moment, was leider mehrheitlich in die Kategorie fällt: Die Darsteller hatten ihren Spaß, der Zuschauer weniger. Ein gutes Beispiel dafür ist Captain Pike, der sich von oben bis unten tätowieren lässt, was bei genauerer Betrachtung schlicht unwitzig ist? (Und folgenlos, denn der Doc kann alles problemlos wieder entfernen.) Ein Tiefpunkt war für mich La’an, zu der den Autoren offenbar wirklich nichts anderes mehr einfällt außer Gewalt.

Harmlos, da dankbar kurz waren die übrigen Einblicke. Una singt klingonische Power-Balladen. M’Benga versucht sich als Barkeeper, was auf absurde Weise passt, weil er, wie er selbst sagt, sonst so viel Verantwortung trägt. Uhura feiert offenbar eine unendliche Party und will wirklich nicht, dass Ortegas ihre negative Energie hineinträgt. Und Chapel spielt aggressiv Bingo. Wie gesagt, ich bin mir sicher, die Dreharbeiten waren ein Heidenspaß.

Human best Notes

• Tribble!
• Ich weiß sehr zu schätzen, dass Spock jetzt offiziell eine von uns „crazy plant ladies“ ist. 🌵
• Pike stellt sich den Rodaxianern mit „I’m USS Christopher Pike“ vor.
• Auf Reddit fand ich außerdem die witzige Info, dass sein Gesichts-Tattoo aus klingonischen Schriftzeichen besteht, die folgende englische Wörter transkribieren: „hair today Gorn tomorrow“.
• Apropos, neuer Headcanon: Pike lässt M’Benga nur die sichtbaren Tattoos entfernen und behält das Pferde-Tattoo am Arm.
• Sehr beeindruckend auch, dass Spock aus „palm, avocado bad, tell captain“ Ortegas’ originale Botschaft extrapolieren kann.

3 von 5 Bananen mit Blackout.

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