Lost in Space | Resurrection (1×09)

„I’m not the villain of the story. I’m the hero.“


Die Kolonisten entdecken eine alternative Energiequelle für ihre Schiffe, während Maureen und Dr. Smith die Wahrheit über den Angriff herausfinden. Spoiler!

We are literally full of shit
Während die Kolonisten allgemein davon ausgehen, dass John und Don tot sind, versucht Will hartnäckig, seinen Vater zu erreichen. Durch Zufall entdeckt er, dass einer der Steine, den er aus der Höhle mitgenommen hat, aus versteinertem Dung besteht, den sie als alternativen Treibstoff verwenden können. Zwar ist in der Höhle reichlich davon vorhanden, doch die Urheber leben ebenfalls dort, weshalb der Abbau in absoluter Stille vonstatten gehen muss. Dr. Smith hat Maureen derweil zum Schiff des Roboters gebracht, damit sie ihr hilft, den Roboter zu reparieren.

Undurchschaubare Motivation
Eine alte Serienregel besagt, dass auf eine extrem gute stets eine schwache Episode folgt, und leider bildet „Lost in Space“ in der Hinsicht keine Ausnahme. Obwohl ich anfangs von Dr. Smith fasziniert war, fehlt ihrer Geschichte doch eindeutig der rote Faden. Ihre Motivation ist immer nur bis zur nächsten Kurve nachvollziehbar, bevor sie auch schon irgendetwas total anderes macht. Was sie damit bezweckt, Maureen zu entführen, wird nicht eine Sekunde lang klar. Sie geht davon aus, dass sich der Roboter selbst heilen wird, und sie weigert sich auch, Maureens Fesseln zu lösen, damit sie das Schiff untersuchen kann. Als Zuschauer kann ich also allenfalls vermuten, dass sie schlicht ein Publikum für ihre Monologe braucht – und, mein Gott, hält sie viele in dieser Folge!

Besser gut geklaut als schlecht erfunden
Es ist fast ein wenig ärgerlich, dass eine der wichtigsten Enthüllungen der Serie in einen derart langatmigen Plot eingebettet ist. Wir erfahren nämlich, dass die Menschheit mitnichten so fortschrittlich ist, dass sie selbst einen Antrieb für ihre Reise nach Alpha Centauri entwickeln konnte, und ihn stattdessen einer außerirdischen Spezies gestohlen hat – die daraufhin den Roboter geschickt hat, um sie plattzumachen. Natürlich ist die ganze Geschichte trotzdem voller Löcher, denn offenbar ist das Alien-Schiff ja abgestürzt, es konnte den Menschen also niemand verbieten, das Wrack zu untersuchen und sich dessen Technologie zunutze zu machen. Wesentlich interessanter ist, dass die Regierung der Ansicht war, dass man diese Information vor der Öffentlichkeit geheim halten muss, und deshalb das ganze Theater mit dem Meteoriteneinschlag veranstaltet hat. Und an dieser Stelle haben sie mich verloren, denn ich war davon ausgegangen, dass der Meteorit überhaupt erst der Grund dafür war, warum das Leben auf der Erde quasi unmöglich wurde und das Kolonistenprogramm initiiert wurde. Hä?

Scheiße deluxe
Widmen wir uns stattdessen dem „lustigen“ Teil der Folge, der darin besteht, dass die Kolonisten versteinerte Kacke von Stalagmiten kratzen. Der ganze Plot ist dermaßen bekloppt, angefangen bei der gerade noch rechtzeitigen Entdeckung, dass sie damit alle Raumschiffe mit Treibstoff versorgen können (und der ganze Aufwand letzte Folge damit absolut unnötig war), bis hin zu den blinden Flugsauriern an der Decke, die die Eindringlinge nur entdecken können, wenn sie sie hören. Unnötig zu erwähnen, dass von vornherein klar war, dass sie sie irgendwie aufschrecken würden. (Natürlich, nachdem sie genug Kacke haben.)

Fragwürdige Logik, mieses Timing
Alles in allem stimmt die Logik bei dieser Folge vorne und hinten nicht. Keinen der Kolonisten scheint es sonderlich zu interessieren, dass Maureen und damit ihre fähigste Ingenieurin spurlos verschwunden ist und auch Dr. Smith seither nicht mehr gesehen ward. Stattdessen macht sich Judy allein auf die Suche nach ihnen und setzt Smith außer Gefecht. Und die schafft es anschließend innerhalb von Sekunden, sich davon zu erholen, den wieder intakten Roboter unter ihre Kontrolle zu bringen und Maureen und Judy aufzuhalten? Auch finden die Kolonisten passenderweise nur wenige Stunden, bevor die Resolute wegfliegen will, genug Treibstoff für alle. Und lasst uns gar nicht erst von Wills Funkgerät anfangen! Dieses Funkgerät, mit dem er schon Kontakt zu seinem Vater gehalten hat, während der bei Militäreinsätzen war, wird erst in dieser Folge eingeführt, was der Sache jegliche Dramatik nimmt.

Danger, Dr. Smith!
• Die stille „Unterhaltung“ zwischen Penny, Angela und Vijay in der Höhle war großes Kino. Und als sich Vijay später wieder bei Penny einschmeicheln möchte, lässt sie ihn abblitzen. (Go, girl!)
• Dass Will und Penny Angela verzeihen, bloß weil die einen Stein nach einem der Flugsaurier geworfen hat, war mir indes zu viel Zuckerguss.
• Genauso wie die Aussage, dass das Unmögliche passieren kann, wenn man nur fest dran glaubt. (Blargh.)
• Highlight der Folge: Ablenkungsmanöver mit Huhn.

2 von 5 vollgekackten Bananen.

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